Kreatives Management – Master of Business Administration

Du willst also etwas über KMA erfahren? Der MBA KMA (Kreatives MAnagement) ist definitiv anders. Mehr für Macher, Verrückte, Kreative, Bunte Vögel, Weitblicker. Und jeden, der die Welt verändern will.

Kennengelernt habe ich ihn durch eine gute Bekannte, Claudia Huber, die ich auf dem VIP Rhetorik Seminar von Matthias Pöhm kennen gelernt habe. Sie wurde als Dozentin an die Hochschule Ansbach berufen für das Modul Erlebnisorientiertes Präsentieren.

Ich lese den Hinweis auf Facebook, denke mir „was soll das denn sein, kreatives Marketing Management?“ (früherer Name des Studiengangs), klicke den Link, um mir die Webseite der Hochschule anzusehen. Ich habe mein Studium der Integrativen Gesundheitsförderung gerade erst abgeschlossen und will mal sehen, was dieses KMA denn so tolles bietet. Große Erwartungen habe ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Es trifft mich wie ein Schlag.

Die auf der Webseite beschriebenen Inhalte des Studiengangs sind für jeden Menschen, der an Weiterentwicklung, Persönlichkeitsbildung und beruflichem Fortkommen wirklich interessiert ist, eine Offenbarung. Ich bin ohne Erwartung auf die Seite gekommen und lese gerade fast alles, was mich interessiert und was ich noch irgendwann lernen wollte gebündelt auf einem Haufen. In einem Studiengang, der mit einem Master of Business Administration abschließt. Mich juckt es in den Fingern. Was soll’s denn kosten?

Die Kosten

3.750 Euro. Pro Semester. Will die Hochschule Ansbach von mir. Bei 4 Semestern macht das schlappe 15.000 Euro plus Fahrtkosten plus Lernmaterial plus Bücher plus Extras. Ich muss mir das selbst finanzieren. Da überlegt man zweimal. Aber das Angebot ist verlockend. Es kann nicht schaden, sich bei der Studiengangsleitung zumindest zu melden und einen Tipp zu einem Modul zu geben, welches mir in einem Studiengang, der sich Kreativität verschrieben hat, noch fehlt: der Kreativen Innovationsstrategie, bzw. der Widerspruchsorientierten Innovationsstrategie vom WOIS Institut aus Coburg.

Die Falle

Leider melde ich mich auch bei der Studiengangs-Sekretärin und hole mir Informationsmaterial. Ich bin schon in der Falle. Denn ich bekomme alle Informationen über einen möglichen Studienstart, fülle die Unterlagen aus und schicke sie zurück. Ich weiß noch nicht, wie ich das finanzieren werde, denn selbst mit einem halben Jahr Vorlaufzeit muss ich die nächsten zwei Jahre 625 Euro im Monat beiseite legen, um mir das Studium zu finanzieren. Wer einen Arbeitgeber hat, der ihm das Studium ganz oder teilweise finanziert, kann sich glücklich schätzen. Der Arbeitgeber allerdings auch, denn die Inhalte sind ein spürbarer Mehrwert.

Auf der Studiengangsseite wurden zu meiner Zeit noch andere Inhalte dargestellt, die sehr interessant sind. Diese haben sich während meiner aktiven Studienzeit etwas geändert und können sich auch zukünftig weiterhin ändern. Die Qualität der Inhalte wird sich damit sicher noch weiter verbessern.

Die einzelnen Module wie folgt:

1. Semester

Kreatives Marketing Management

Controlling & Business Excellence

CreaMatching – Rollen und Kompetenzen

Strukturierte Kreativität

2. Semester

CREA LEADER und Wertesystem

Intuition und Entscheidungsfindung

Mental- und Erfolgstraining

Erlebnisorientiert Präsentieren und Begeistern

3. Semester

Interkulturelles Management

Kunst und Design

Multimedia und Kommunikation

Kreative Systemische Analyse

Die Webseite des Studiengangs Kreatives Management gibt hinreichend fachlich überzeugende und lebendige Auskunft über die Zielsetzung, die Voraussetzungen und das besondere dieses Studiums. Hier findest du übrigens eine Übersicht aller Dozenten. Und die ist sehr spannend.

Der Test

Besonders ist auch der Eignungstest, der im Einzelgespräch durchgeführt wird: neben Schätz- und Logikaufgaben gibt es eine Reihe von Fragespielen, fordernden Interviewsituationen und spannenden Kreativaufgaben. Nichts davon ist wirklich schwer – wenn man schon Berührungspunkte mit kreativem Denken hatte. Denn wirklich leicht sind die Aufgaben für reine Kopfmenschen wohl nicht. Und das finde ich ganz gut so, denn ein Studium des kreativen Managements soll Menschen und Führungskräfte beflügeln – und das geht nicht, wenn man nur im eigenen Kopf ist.

Der Eignungstest ist übrigens keine Aufnahmeprüfung im klassischen Sinne; es geht nicht darum, Bewerber auszusortieren, sondern den Menschen und seine Denkweise kennen zu lernen und zu sehen, wie er in die Gruppe passt, um eine sowohl ähnliche, aber vor allen Dingen auch unterschiedliche Gruppe zu gestalten. Es geht weniger um die Abfrage von Wissen, sondern um den Hintergrund und die Substanz des Teilnehmers. Zu sehen, wie er reagiert, wie er Probleme angeht, mit unerwarteten Situationen umgeht, was er „sieht“, in welchem Denkrahmen er eine Aufgabe löst.

Auf diesen Test kann man sich nicht mit Lernen vorbereiten, man muss ganz einfach man selbst und sich treu sein. Es wird niemand gering be- oder verurteilt. Aus meinem Verständnis heraus wird tatsächlich getestet, in welchem Umfang die Person aus dem Studium Nutzen ziehen kann, wie er zu den anderen Teilnehmern passt, um ein gutes Gelingen in den nächsten zwei Jahren zu gewährleisten und was er der Gruppe und dem Studium selbst mitgeben kann. Wie bereichert er die anderen?

Wegen des Aufbaus des Tests und aus Gründen der Chancengleichheit für alle Bewerber gebe ich deshalb keine Details zum Inhalt preis. Wenn du wirklich an den Inhalten interessiert bist und der Studiengang zu dir und du zu ihm passt, wirst du den Test auch bestehen.

Das Fazit

KMA ist geil. Und in jedem Fall empfehlenswert. Wenn dich die Informationen dazu spitz machen, solltest du dich anmelden – du wirst es nicht bereuen.

Die Studiengangsleitung freut sich über deinen Anruf.

Kreatives Marketing – Modul 1

Das erste Modul findet außerhalb der Räume der Hochschule direkt in Nürnberg statt (zumindest bei uns). Im Haus unseres Dozenten. Es ist ein altes Kutscherhaus, mit langer Geschichte und interessant eingerichtet. Das Haus ist das Gegenteil von minimalistischem Einrichtungsstil – hier wird man bei jedem Besuch, bei jedem Blick, in jedem Winkel immer etwas neues entdecken. Und alles, was man findet, hat Geschichte. Das Haus lebt. Und ist definitv Ausdruck von Chaos und Ordnung, von Tradition und Mystik, von Kreativität und (geistigem) Fortschritt.

Da steht ein Rabe, dort eine Kanone, ein altes Bullauge ziert eine Tür, uralte Telefone hängen an den Wänden, hier ein Posthorn, dort ein Stahlhelm – hier lebt Geschichte. Und jedes Element bereichert die Gedankenwelt. Eröffnet Vielfalt doch neue Inspiration.

Somit passt das Umfeld sehr gut zu einem Modul, das sich „Kreatives Marketing“ nennt.

Aber was erwartet man von einem Modul „Kreatives Marketing“? In einem Studiengang, wo u. a. Menschen wie Steve Jobs für ihre Visions- und Schaffenskraft (und natürlich ihr unglaublich gutes Marketing) angeführt werden. Neidlos muss man anerkennen, dass Jobs mit seinen Präsentationen begeistern konnte und einen Kult um sich und um seine Produkte geschaffen hat.

Ist das die hohe Kunst des Marketings? Fanatische Fans zu schaffen, die das eigene Produkt verteidigen, verehren und jede Neuerung religiös zelebrieren? In gewisser Weise sicherlich ja. Aber im Modul Kreatives Marketing geht es nicht darum, wie man einen Kult aufbaut, sondern wie jeder Marketing selbst umsetzen kann.

Es geht darum, wie sich Marketing definiert und wie gutes Marketing aussehen kann. Und dass die Definition von gut sehr subjektiv ist. (wer mit dem hier gelernten Wissen einen Kult um seine Marke aufbauen will, kann dies aber übrigens auch tun)

Neben einem kleinen klassischen und fast schon geschichtlichen Abriss (mit einem extrem umfangreichen Skript) kommen erfolgreiche Werbekampagnen zum Zug. Uns wird ein Muster des Innovationszyklus aufgezeigt, der über den klassischen Produktlebenszyklus hinausgeht.

Wir erfahren, wie sich MARKETING definieren lässt und einen groben Rahmenplan, wie sich Kampagnen und Ideen erstellen lassen.

Wir lernen Kreativwerkzeuge wie den Morphologischen Kasten kennen und erste Ausblicke auf die unterschiedlichen Arten der Kreativität (linear, lateral, holistisch), die uns im Modul 6 noch einmal genauer begegnen sollen.

Wir bekommen Gastredner von Marketingagenturen und der GfK mit in die Vorlesung, die uns an Details aus der Arbeit und der Praxis teilhaben lassen. Und wir erfahren (kurzer Ausflug in die Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung), warum Stichprobenbefragungen repräsentativ sein können. Also warum kann eine Befragung von ein paar hundert Leuten stellvertretend für die gesamte Republik sein. Das einmal verstanden zu haben ist eine Bereicherung an sich.

Außerdem erfahren wir viele interessante Geschichten von unserem Dozenten, die nachvollziehbar und packend aufzeigen, welchen Impulsen man wann wie nachgehen kann, um zu kreativen Ergebnissen zu kommen. Er spricht dabei aus seiner eigenen Erfahrung aus den verschiedensten Stationen seines Lebens und macht greifbar, dass für Kreatives Marketing in jeder Firma Platz ist – und dass es sich lohnt.

Das spannendste an diesem Modul sind nicht die Vorlesungsunterlagen, sondern die Geschichten und Inhalte, die sich neben dem regulären Stoff abspielen und einem die theoretischen Inhalte nahe bringen.

Es ist keine klassische Marketingvorlesung, wobei in Teilen „normaler“ Vorlesungscharakter gegeben ist. Das umfangreiche Wissen, das aber abseits des Stoffes zusätzlich vermittelt und mitgeschrieben wird, ist das wahre Goldstück.

Man lernt Marketing nicht von einem anderen Stern kennen, sondern ganz normales, bodenständiges Marketing aus der Praxis und mit vielen Erlebnissen, die zeigen, dass Marketing mehr ist. Nicht einfach nur dröges befolgen der vier P (Product, Place, Price, Promotion – oder fünf P, wenn People mit dazugezählt wird) und auch nicht einfach die AIDA Formel, sondern ein greifbares Verständnis der Emotionen der Zielgruppe und überraschende Herangehensweisen und Hervorbringen von Ideen (z. B. auch Delphi-Methode) und dem Nachgeben von Impulsen, sich etwas trauen und zu sich selbst stehen. Hab Vertrauen und lass los.

Hier wird Marketing nicht theoretisch vorgelesen, sondern praktisch und glaubhaft vorgelebt. Von einem etwas merkwürdig anmutenden, sehr fähigen und tiefgründigen Menschen, der Ahnung hat und dem ich mehr als jedem anderen Marketingexperten die Zukunft meines Unternehmens anvertrauen würde. Er ist so gut. Das erschließt sich wahrscheinlich nicht jedem (sofort), aber wer abseits des reinen Kopfdenkens auf den Menschen schauen kann und auf die Ergebnisse, kann nur zu dem Schluss kommen: die Arbeit mit dem Typ lohnt sich.

Unser Dozent ist in seinem Wissen und seinen Fähigkeiten nicht austauschbar und gefragt bei namhaften Firmen. Er hat Wissen in bodenständigem Marketing und weit darüber hinaus, hat Innovationen (mit)begründet, ein kreatives Gespür, eine zuverlässige innere Stimme, kennt sich mit morphogenetischen Feldern und Quantenmechanik aus, Energiemedizin und Schamanismus, Tarot und Psychologie und er liebt Gewürzspekualtius. Die Polizei lässt bei ihm Profiler ausbilden. Wenn das mal nichts zählt.

Und so hat sich die Vorlesung auch gelohnt.

Die Bücher CREA LEADERSHIP und CREA M5 sind hier übrigens eine gute Ergänzung. Das gilt im Übrigen für alle Module. Sie ergänzen und vertiefen noch einmal die Inhalte und eröffnen einen tieferen Zugang zur Materie.

Takeaway

Kreatives Marketing ist nicht so ungewöhnlich, wie man denken mag. Es ist eine Herangehensweise von einem anderen Standpunkt, mit anderen Mitteln und mit einem anderen (ganzheitlicheren) Ziel. Die Vorlesung besteht aus Skripten, Vorträgen von Personen aus der Wirtschaft und viel persönlicher Erfahrung, von der der Zuhörer stark profitieren kann. Ein guter Einstieg ins Studium.

Controlling & Business Excellence – Modul 2

Das zweite Modul im MBA KMA nennt sich Controlling. Wie der Name vermuten lässt, geht es hier um harte Fakten, Themen aus dem Management, der BWL, des Planungswesens.

Doch wer sich rein „trockenen“ Stoff vorstellt, irrt. Ja, dieses Modul ist das am wenigsten kreative oder „außergewöhnliche“. Aber um einen Ausgleich zwischen kreativen und traditionellen Inhalten zu bieten, ist es wichtig. Es eröffnet unter anderem den Blick auf die faktische und planmäßige Welt der Buchführung und Unternehmensplanung. Dinge, die im Geschäftsalltag ebenfalls bestand haben.

Es geht zum Teil um regulären Stoff, den man aus der normalen BWL oder Controlling kennt. Jedoch ist auch hier sofort wieder der Praxisbezug spürbar. Unser Dozent geht sofort wieder darauf ein, wo die Schnittstellen zwischen den einzelnen Funktionen im klassischen Betrieb vorhanden sind und wie sich diese (auch kreativ) nutzen lassen. Dabei kommen die persönlichen Erfahrungen der Dozenten aus früheren Angestelltenverhältnissen spürbar zum Tragen und geben aufschlussreiche Einblicke in die Überschneidungen der einzelnen Abteilungen. Wer das noch nie selbst erlebt hat, erlebt jetzt die ein oder andere Offenbarung. Vielleicht nicht so spannend, wie im Kreativen Marketing, aber dennoch wertvoll.

Wer die Inhalte verfolgt, wird sich zunächst sagen „Ja ist ja klar, was der da erzählt“. Leider zeigt die normale Arbeitspraxis, dass die Beispiele der Zusammenarbeit in den einzelnen Abteilungen nicht immer so mustergültig laufen, wie es uns hier aufgezeigt wird. Und damit ergeben sich für den Studierenden gleich Ideen für die Umsetzung und Verbesserung von Abläufen im eigenen Einflussbereich.

Allein schon, wichtige Schnittstellen zu erkennen und den Gesamtüberblick über ein Unternehmen und den Markt zu bekommen, ist immens wertvoll. Und genau das soll hier mit vermittelt werden. Und wie gewährleistet wird, dass Marketing, Controlling, Vertrieb und alle ‚harten‘ Abteilungen gut verzahnt miteinander arbeiten.

Es wird einige Literatur empfohlen, die für das Bestehen des Moduls nicht zwingend notwendig sind, die Inhalte aber gut ergänzen.

CreaMatching – Modul 3

Um Rollen und Kompetenzen geht es in Modul 3. Und wie man diese kreativ erkennen und zusammenbringen kann.

Unser Dozentin kommt von einer anderen Hochschule, um mit uns konkret durch die wissenschaftlichen Unterlagen bezüglich Rollenverhalten durchzugehen. Dabei schafft sie eine wunderbare Balance zwischen theoretischem und praktischem Teil.

Für die Theorie hat sie gute, dünne Skripte in mehreren Kapiteln dabei, die auch kurze Übungen mitbringen.

Für den Praxisteil hat sie gruppendynamische Experimente im Schlepptau. Über die einzelnen Übungen will ich hier nichts verraten, um dem Leser, der vielleicht Student im KMA ist oder Student werden möchte, nicht die Möglichkeit der unbeleckten Teilnahme zu nehmen. Sagen wir so: die Übungen erfordern es, in der Gruppe zu arbeiten und zu einer Lösung zu kommen. Manchmal gibt es dabei ganz spezielle Spielregeln, die beachtet werden müssen. Und deshalb sollte man auch genau zuhören, was gesagt wird, damit die Gruppe die Übung auch korrekt ausführen kann.

Immer ist einer der Studierenden dabei neben der Dozentin als Beobachter mit dabei, damit die Gruppe das Rollenverhalten im Nachgang analysieren kann. Diese Infos sind wichtig für die Lernerfahrung und passen zum aktuellen oder nächsten Teil der Vorlesung, so dass das Lernziel am eigenen Leib erfahren wird.

Hier lernen wir also, wie Teams zusammen arbeiten, wer welche Rolle(n) einnimmt, wie man Gruppenrollen erkennt, wie Hindernisse erkannt und ausgeräumt werden können und was ein gutes Team ausmacht.

In Kombination mit dem CREA LEADERSHIP Kompetenz Spiel können hier von den einzelnen Teammitgliedern auch die ganz persönlichen Stärken und Schwächen aufgedeckt werden, um so Teams zu schaffen, die sich untereinander ergänzen.

Das CREA LEADERSHIP Kompetenz Spiel ist ein neuer und spielerischer Ansatz um unterschiedliche Ansichten, Anforderungen und Profile als Kompetenzen abzubilden und miteinander zu vergleichen. Eine fantastische Ergänzung für Trainer und Coaches.

Rückmeldungen, die ich im Rahmen einer Feedbackrunde dieses Moduls über mich bekommen habe:

+ Kreativität
+Tausendsassa
+abgespaced
-wirr
+anders

-belehrend
-evtl aufgesetzt
+- Authentizität
+positive Einstellung
+Offenheit (Neues, Anderes)

+redegewandt
-manchmal aufgesetzt
-manchmal zu ruhig
-abgrenzend
+Kreativität

+querdenkend
+neugierig
+spontan
+begeisterungsfähig
+starkes Wertesystem kann zu Problemen führen

+energiegeladen
+direkt
+abwägend
+Scherzkeks
+kommunikativ

-evtl unnahbar
+Kommunikation
+Kreativität
-lockerer
-spontaner

Strukturierte Kreativität – Modul 4

Das vierte Modul entführte uns nach Brüssel an eine der weltweit wichtigsten und renommiertesten Adressen für Kreativität – das CCL – Center for Creative Leadership.

Ein wenig Auslandserfahrung ist nie schlecht und besonders, wenn es an einem so wichtigen Ort wie dem CCL ist. Die Anreise (selbstorganisiert) und das Hotel (von der Hochschule gebucht) waren völlig in Ordnung und für mich persönlich mit einigen neuen Erfahrungen garniert, die mir einmal mehr mein unverschämtes Glück vor Augen führten. So hatte ich bei der Anreise mit dem Zug sofort eine fantastische Sitz- und Gesprächspartnerin mit wertvoller Lebenserfahrung und konnte mir mit ihr ein Taxi zum Hotel teilen, das auf dem Weg zu ihrem eigenen Bestimmungsort lag. Die Dame zeigte mir den Bahnhof, konnte mir Informationen zur Stadt geben und ich musste nicht einmal für meine Taxifahrt zahlen.

Überraschend war für mich allerdings, dass sie dachte, ich befände mich auf der Heimreise; sie hatte mich aufgrund meiner Erscheinung für einen echten Brüssler gehalten, was mit lobenden Adjektiven versehen war.

Zum Inhalt und zum CCL:

Center for Creative Leadership Brussels

Das CCL ist in einem unscheinbar scheinenden Bürokomplex, in dem viele Firmen ansässig sind. Das mindert den Wert der Institution allerdings in keinster Weise. Wir wurden wunderbar empfangen und mit einem Vortrag des CCL begrüßt. Hier wurden uns Einblicke in die Arbeit und einige Denkmodelle geschenkt.

Unsere Hauptvorlesung allerdings drehte sich um strukturierte Kreativität, was wie ein Widerspruch in sich klingt, jedoch eine ganz einfache Überlegung ist. Gibst du Kreativität eine Struktur oder nutzt einen strukturierten Ansatz, um zu kreativen Ideen zu kommen, entschlüsselt sich schon dieser anfängliche Widerspruch.

Im Rahmen der Vorlesung haben wir deshalb einen Prozess kennengelernt, der sowohl kreative, als auch strukturierte Methoden der Ideenfindung kombiniert nutzt und aufeinander aufbaut. Hierbei handelt es sich um die Wachstumsspirale, die erst den einen, dann den anderen Ansatz nutzt, darauf aufbaut und in der Summe neue Ideen ausbildet. Es ist eine von vielen Möglichkeiten, Ideen zu generieren und Kreativität zu trainieren.

Unter anderem wurden uns dabei die Osborn-Checkliste vorgestellt, die das Denken verändern hilft. Was, wenn das zu verändernde/neu zu erfindende Objekt größer ist, kleiner ist, schmaler ist, breiter ist, eine andere Farbe oder andere Form hat, die gegenteilige Verwendung hat etc. Allein das Spielen mit verschiedenen Möglichkeiten gibt einen Eindruck davon, wie ein Produkt sich verändern kann.

Innerhalb dieses Moduls wurden wir mit sehr vielen Techniken von lateralem und divergentem (linearen und kreativem) Denken bekannt gemacht, die sich im Alltag einsetzen lassen. Leider haben Firmen nur allzu häufig keine Kapazitäten, um sich wirklich konkret mit diesen Methoden zu befassen und das eigene System und die Produkte und Leistungen zu überdenken. Sehr schade, denn der Nutzen ist wirklich enorm. Aber gut; nicht jede Firma will langfristig erfolgreich bleiben.

CreaLeadership – Modul 5

CreaLeadership – ein Spitzenmodul

Freu dich auf eines der wertvollsten Module dieses Studiengangs. Der Dozent ist ein großartiger Coach und steigt mit uns sofort in die Thematik ein. Und er hat einen Sack voller Übungen für uns, die helfen, den eigenen Standpunkt zu definieren und das eigene Ziel zu erkennen.

Die Vorlesung besteht in der Hauptsache aus Übungen, um seine Life Mission zu finden. Wir schreiben eine Art ‚Log‘ für jeden Tag der Vorlesung in dem wir wichtige Erkenntnisse festhalten. Wir sehen anhand eines Maßbandes, wie viel wir schon gelebt haben und welche Zeit uns statistisch noch bleibt – und was darüber hinaus geht, sind geschenkte Jahre.

Wir erfahren, dass das Leben in Zyklen von 7 Jahren eingeteilt ist und welche Wendepunkte an jedem 7er Schritt auf uns warten und können in einem Trapez sehen, wo wir aktuell sind. Wo stehen wir in unserem Leben?

Wir schreiben unsere eigene Grabrede und unsere Enkelrede: was soll einmal von uns erzählt werden und was wollen wir unseren Enkeln erzählen?

Wir machen Bestandsaufnahme, betrachten unseren Lebensweg, lassen die Höhen und Tiefen Revue passieren und malen uns aus, wo die Reise hingehen soll.

Wir machen Coachingübungen, lernen, wie man sich selbst und andere coachen kann. Wir arbeiten in der Gruppe, mit der Gruppe, mit uns selbst.

Wir lernen das Johari-Fenster kennen, gute von schlechten Leadern unterscheiden, lernen, Aufgaben zu priorisieren und was der Unterschied zwischen Mitläufern und Captains ist.

Wir tauschen uns über die notwendigen Leadership-Fähigkeiten aus und lernen, wer unsere Fäden zieht. Bist du Marionette oder Puppenspieler?

Das ganze Modul über werden wir gefordert, uns mit uns selbst zu beschäftigen. Ins Reine zu kommen. Ziele zu erreichen, uns selbst zu verpflichten und anzuerkennen, dass ein Leben nur dann Früchte trägt, wenn es einem Plan folgt und auf ein Ziel hinsteuert.

In diesem Modul erhält man Leadershipfähigkeiten, um andere zu führen und Self-Leadership Qualitäten, um sich selbst zu führen.

Hier sind mehrere Persönlichkeits- und Erfolgsseminare in einem Modul kompakt zusammengefasst und bieten einen Mehrwert, den so mancher Trainer da draußen in mehreren Sessions nicht bietet.

Absolut empfehlenswert. Für dieses Modul hatte sich für mich schon der gesamte Semesterbeitrag gelohnt. Alles, was in den Folgemodulen noch kommen sollte, war für mich jetzt nur noch ein Bonus, denn dieses Modul war die 3.750 Euro für dieses Semester bereits voll Wert. (aber es sollte noch besser kommen)

Intuition und Entscheidungsfindung – Modul 6

Dieses Modul ist für uns etwas holprig gestartet und wurde in zwei Teilen unterrichtet.

Es geht um Intuition, die Innere Stimme, und wie sie uns helfen kann, Entscheidungen privater und unternehmerischer Natur zu treffen, wenn wir uns erlauben, auf sie zu hören. Die Schulung der Inneren Stimme und des Vertrauens sollte Gegenstand dieses Moduls sein. Und wir lernten verschiedene Zugänge kennen.

Der Dozent nutzt als wichtigste Grundlage das Handbuch der Allgemeinen Morphologie – Elementare Prinzipien und Methoden zur Lösung kreativer Probleme. Und liefert uns ein Fest wichtiger Coachinginhalte, die wir auch von Tony Robbins kennen. So gehen wir auf die verschiedenen Sinneskanäle ein, unsere ‚Ausrichtung‘, starkmachende und schwachmachende Worte und Gedanken und erste Ideen dazu, dass wir wie mit einem Handy in ein größeres System eingeklingt sind, mit dem wir kommunizieren können und von wo aus Ideen und Eingebungen zurück kommen.

Die Idee, dass unser Wesen 1% physisch und 99% geistig ist und wir die größere Verbindung des Geistes mit allem, was ist, mehr wahrnehmen sollen, findet sich in vielen Schriften und Werken wieder. Hier geht es nur um die generelle Vorstellung, dass unsere Intuition Teil eines höheren Prinzips ist und geschult werden kann.

Um das zu veranschaulichen und auch konkret in die Entscheidungsprozesse zu gehen, lernen wir, mit kinesiologischen Methoden zu testen. Also der altbekannte Muskeltest. Mit dem Muskeltest bekommen wir eine Vorstellung davon, dass gewissen Ideen und Gedanken im Körper entweder Anspannung oder Entspannung auslösen. Wahrheit ist Entspannung, Lüge ist Anspannung. Etwas, das gut für mich ist (Körperintelligenz), ist Entspannung und Stärke. Etwas, das schlecht für mich ist, ist Anspannung und Schwäche.

Konkret heißt das, dass ich bin einer Lüge oder einer schlechten Situation (kann Zigarettenrauch sein, ein schlechtes Lebensmittel, vergiftete Beziehungen, ein Projekt, das ich nicht mag) körperlich schwach bin. Ich schaffe es nicht, meinen Arm gegen einen leichten Gegendruck stabil zu halten.

Umgekehrt heißt das, dass ich bei einer Wahrheit oder guten Sache (Liebe, Dankbarkeit, Kristalle, Energie, gutes Lebensmittel etc.) zwar entspannt bin, aber mein Körper und mein Arm stark sind, auch wenn ich starken Gegendruck erfahre.

Es geht dabei nicht um einen Wettbewerb der Stärke, sondern darum, das – manchmal schwache, manchmal starke – körperliche Zeichen / Reaktionsmuster bewusst wahrzunehmen und zu lernen, dass der Körper ein eigenes Wissen hat, welches wir uns zunutze machen können. Diese Körperintelligenz ist willentlich nicht zu beeinflussen und mit etwas Training absolut zuverlässig.

Hier geht es also nicht um klassische Entscheidungshilfen oder -kriterien, nicht um Wenn-Dann Situationen oder Entscheidungbäume, nicht um rationale Lösungswege, sondern um den Aufbau von Vertrauen zu einem System, das zuverlässiger ist als alle rationalen Methoden.

Wer kennt nicht die Situation, dass vom logischen Standpunkt aus alles stimmig ist mit einer Sache, aber das Bauchgefühl einfach nein sagt?! Und hinterher stellt sich heraus, dass eben dieses Bauchgefühl richtig lag. Und Gott ist man froh, wenn man darauf gehört hat.

Dieses Bauchgefühl zu erkennen, zu stärken und sich ihm stärker anzuvertrauen ist die Idee hinter diesem Modul. Vertraue deiner Inneren Stimme. Hör auf dich selbst. Sei im Reinen mit dir selbst.

Im zweiten Teil des Moduls ging es weiter mit der Intuition und dem Intuitionstagebuch, welches wir zu schreiben motiviert wurden. Außerdem wurden uns wissenschaftliche Hintergründe hinter der Körperintelligenz, der Intuition und den verschiedenen Qualitäten der Intuition und Innovation nahe gebracht.

Wir konnten uns über abstrakte Fragen austauschen, Denkmodelle beleuchten und Intuition trainieren.

Und ja, mein Bauchgefühl ist seitdem ausgeprägter und meine Entscheidungen haben eine neue Qualität bekommen. Ich bin noch immer nicht am Ende, aber der Weg ist klar. Dieses Modul war in einzelnen Situationen etwas holprig, die Erkenntnisse dafür aber umso wertvoller.

Mental- und Erfolgstraining – Modul 7

Highlight.

Ich war bei Modul 5 ja schon der Meinung, dass sich die Ausgaben für dieses Semester schon vollends gelohnt hatten und das alles, was noch kommt, nur noch die Soße zum Fleisch ist.

Mit Modul 7 haben sich für mich vom Gegenwert her die kompletten Studiengebühren (von 15.000 Euro) bereits bezahlt gemacht. Es ist so gut.

Unser zweites Modul auswärts. Genauer gesagt in Oberaudorf. Wir sind zu Gast bei Checkpoint Seminare. Diese zählen (inzwischen) zu den Top 3 Trainern Europas. Das muss zwar überhaupt nichts bedeuten, aber diesen Platz haben sich Dirk und Helke wohl verdient. Wenn die anderen Trainer ebenfalls ein derart gutes Niveau haben, dann sind es echte Hochkaräter.

Zunächst einmal ist die schöne Landschaft zu loben gewesen und das überaus gute Essen in der Gastwirtschaft, in der wir untergebracht waren. Und dann natürlich Dirk und Helke, die uns über Grenzen geführt haben, von denen wir nicht einmal wussten, dass wir uns über sie hinauswagen wollten.

Der erste Seminartag ging etwas holprig los, da – mich ausgenommen – alle ordentlich gebechert und einen Kater hatten, der immer noch unübersehbar war. Dirk nahm es gelassen.

Es ging los mit einer Vorstellungsrunde und den ehemaligen Fliesenleger und Extremsportler bringt so leicht nichts mehr aus der Ruhe. Dirk ist unglaublich entspannt und hat dabei doch eine latent lauernde Energie, die sich auf die Zuhörer überträgt. Er ist kein Mann, der im Mittelpunkt stehen muss „da, seht her, wie toll ich bin“, sondern der auf eine sanfte und gütige Art Wissen weitergibt und dabei andere Menschen befähigt. Der Energien weckt ohne sich dabei verausgaben zu müssen. So muss Training.

Er hat uns verschiedene Denk- und Anschauungskonzepte näher gebracht. Um uns nicht zu überfordern, ging er sanft mit uns um. Aber nur, um einen kurzen Einblick zu geben: er hat uns Stellen aus der DVD „Am Anfang war das Licht“ gezeigt, wo beschrieben wird, dass Schokolade – ‚richtig‘ verwendet – Energie und Vitalität schenkt und sich nicht schädlich auswirkt.

Oder dass wir eine Verbindung ’nach oben‘ haben. Er hat das anders veranschaulicht als es in Modul 6 der Fall war. Auf eine Art, die einfacher, stimmiger, vertrauter und einfach besser anzunehmen war. Wenn er etwas erklärt, dann glaubt man es, weil eine Authentizität mitschwingt, die man nicht vortäuschen kann.

Spannend war, wie er uns demonstriert hat, wie unterschiedliche Brillen, die wir aufhaben, zu unterschiedlichen Sichtweisen führen können. Mit einer sehr beeindruckenden Demonstration.

Kommen wir zu den Grenzen, die er uns hat überqueren lassen.

Wir sind über glühende Kohlen gelaufen, haben uns unserem Inneren gestellt und Kontakt mit dem Gegenüber aufgenommen, wir waren ehrlich und haben im Waldseilgarten als Team gearbeitet.

Wir haben uns an Felswänden abgeseilt, sind blind gefolgt und haben uns der Führung anderer überlassen, sind durch Zäune gegangen, haben unsere Wünsche freigelassen und uns als Feuerläufer geoutet.

Wir haben Unsinn gemacht, sind mit einer Strickleiter auf einen 12 Meter hohen Baum geklettert und haben uns auf einer Fläche, nicht größer als die Sitzfläche eines Stuhls, coachen lassen, bevor wir von dort oben gesprungen sind.

Und die größte Herausforderung von allen: wir haben getanzt.

Diese Eindrücke sind nur kurze Ausblicke der Erfahrungen, die wir gemacht haben. Es war ein wirklich unbeschreibliches Modul und ein Training, an das man sich erinnert.

Es ist nicht nur ein Training, an das man sich erinnert, sondern ein Training, das etwas verändert hat. In uns, mit uns als Gruppe und mit dem, was wir sein können.

Wer das Glück hat, dass seine Firma Dirk und Helke als Trainer engagiert, wird nicht mehr derselbe sein wie vorher. Sie sind ihr Geld wert.

Erlebnispräsentation – Modul 8

Und noch ein Highlight in diesem Studiengang. Zusammen mit Modul 7 und Modul 5 haben jetzt meine Top 3 alle in einem Semester stattgefunden.

Dank Claudia Huber bin ich ja überhaupt erst auf diesen Studiengang aufmerksam geworden. Und ich kannte sie ja schon von einem zweitägigen Rhetorikseminar. Und sie kannte mich. Also dachte ich, das wird ein Spaziergang für mich, da ich ja schon alles kenne, was sie uns beibringen will. Fehlanzeige.

Claudia bittet uns, eine Rede für den ersten Tag vorzubereiten. Ich wiege mich in falscher Sicherheit und bin schlecht vorbereitet. Dementsprechend schlecht präsentiere ich also auch. So kenne ich mich selbst gar nicht. Und das ist gut so, denn Claudia vermittelt mehr als nur rhetorische Techniken. Sie vermittelt etwas zutiefst menschliches und arbeitet auf einer Ebene, die kein anderer Rhetoriktrainer so anspricht.

Ich musste in ihrem Seminar schlecht sein, weil es bei ihr nicht einfach darum geht, Techniken zu kopieren, die einem vorgemacht werden. Zumindest nicht für mich. Meine Lernerfahrung in diesem Modul ging über die Techniken, die ich alle schon kannte, hinaus. Und so durfte ich auf einer neuen Ebene zu lernen beginnen.

Auf dem Rhetorik-Event von Matthias Pöhm habe ich mich als perfekte Kopiermaschine herausgestellt. Dort bekam ich Lob wie „der könnte glatt Ihr Nachfolger werden, Herr Pöhm“ und „hätte ihm keine so gute erste Rede zugetraut. Nahezu perfekt.“ Kein Wunder also, dachte ich, wird dieses Modul ein Spaziergang. Aber das klappt mit Claudia nicht.

Sie hat eine ganz eigene Energie und so wurde mein eigenes Energiesystem durcheinander gebracht und meine Leistung war richtig schlecht. Inhaltlich musste sie mir nicht mehr viel beibringen, aber dafür menschlich. Sie hat hinter meine Fassade geschaut, hinter die geschliffenen Techniken und mir erlaubt, mich auszudrücken. Dank ihr habe ich gelernt, ich selbst zu sein, wenn ich vor Publikum stehe. Etwas, auf das so gut wie kein anderer Rhetoriktrainer wirklich schaut.

In vielen Seminaren geht es eher darum, möglichst gut funktionierende Techniken zu vermitteln, diese einzuüben und rhetorisch nachher besser zu sein, als vorher. Und sich zu trauen, selbstbewusst vor Publikum zu sprechen.

Das hat auch bei Claudia Wichtigkeit und seinen Stellenwert, denn die meisten Trainings verlangen dies. Nur, wer die Techniken schon kennt, wer schon etwas weiter ist, lernt bei Claudia Elemente, die über das reine Können hinausgehen. Man lernt bei ihr, man selbst zu sein. In jeder Lage und ganz besonders vor Publikum. Das ist eine unschätzbare Sache.

Kommen wir aber zu den Techniken, die Claudia uns vermittelt hat.

Wir haben bei ihr immer wieder über den Eisberg gesprochen. Und es ging nicht einfach um das Eisbergmodell, mit dem Unterbewusstsein und bewusster Wille veranschaulicht werden soll. Es ging wesentlich mehr an die Substanz unseres Wesens, unseres Seins. Und wie wir (von uns selbst) beeinflusst werden. Claudia hat Tiefgang und das merkt man ihr sofort an. Nicht nur, aber spätestens, im Training.

Sie hat mit uns das Auftreten vor Publikum geübt, hat uns einen roten Teppich entlang laufen lassen, hat uns VGZ beigebracht, freies Reden, den Unterschied zwischen PowerPoint und Redekunst vermittelt, unseren Blick geschärft und uns immer wieder vor die Gruppe gezerrt, um unsere Performance zu erleben, zu verbessern und uns zu fördern.

Dabei hat sie unglaublich viele Dinge im Blick, an denen sie mit uns arbeitet. Von der Stellung unserer Hände über unsere Kleidung und Accessoires und über die Körpersprache bis hin zur Stimme, der Betonung, den Pausen, der Körperhaltung, dem Blickkontakt, den Hilfsmitteln, der Einbeziehung des Publikums. Claudia entgeht nichts und so boxt sie uns durch immer neue Situationen hin zu unserer Größe.

Für viele ist allein die reine Vermittlung der Inhalte der Rhetorik eine echte Bereicherung die sie wie keine Zweite bewerkstelligt; für mich allerdings war das, was sie darüber hinaus gefördert hat (und dank CQM ein wenig in die richtige Richtung korrigiert hat) der wahre Mehrwert. Sie hat mir gezeigt, dass ich ich selbst sein darf und vor Publikum keine Rolle spielen muss. Ich muss keine Kopie meines Trainers sein, sondern die beste Version von mir selbst. Und das ist wahres Training.

Ein kleines Highlight gab es noch zusätzlich am Ende des Moduls, den ‚Goldenen Umschlag‘. In diesem stehen Gründe ganz für jeden selbst, von unseren Mitstudierenden geschrieben, warum er ein guter Redner ist. Wir sollen ihn öffnen, wenn wir einmal glauben, nicht gut genug zu sein.

Ich frage mich, was wohl in meinem steht.

Interkulturelles Management – TOP CEO Storytelling – Modul 9

Ein zutiefst ’normales‘ Modul.

Bei uns war der Fokus auf dem interkulturellen Management. Und so war die gesamte Vorlesung – in englisch.

Die Vorlesung war für uns eine Mischung aus Sprachkurs und Business Etikette. Sehr spannend sind wir auf die verschiedenen Gepflogenheiten in unterschiedlichen Ländern eingegangen. Vom asiatischen Raum über den arabischen Raum hin zu Amerika und andere Staaten und Länder.

Dabei haben wir unter anderem Rollenspiele auf englisch geprobt, haben Business-Szenen auf Video analysiert und uns in eigenen Vorträgen zur unterschiedlichen Thematik ausgetauscht. Wie bewege ich mich im internationalen Umfeld, in welchem Kontext stehen Aussagen und Gesten in anderen Ländern, was ist wo und warum zu beachten und welche Eigenheiten haben wir Deutschen, welche Attribute werden uns zugeschrieben und (wann und wie) kann ich mich wie die Axt im Walde aufführen?

Das Modul bot einige theoretisch spannende Inhalte und viele Elemente aus der Praxis. Ein wichtiges Modul für alle, die ihren Blick auf Märkte außerhalb Deutschlands und der EU richten und eine Auffrischung in englischer Sprache.

Nichts, was den kreativen Charakter des Studiengangs unterstreicht, aber sehr wohl den Businesscharakter. Und das ist für die Balance des vermittelten Wissens sicherlich nicht schlecht.

Kunst und Design – Modul 10

Was genau versteckt sich in einem Kreativstudiengang hinter dem Modultitel „Kunst und Design“?

Mir gehen viele Assoziationen durch den Kopf. Aber alle waren falsch, als ich erfahren habe, dass unser Professor Claus „Dafür stehe ich mit meinem Namen“ Hipp ist. Der Claus Hipp, der als Künstler unter dem Namen Nikolaus Hipp auftritt und uns allen bestens aus der Werbung bekannt ist.

Wir werden von einem hocherfolgreichen Geschäftsmann alter Schule etwas über das Wesentliche lernen, was sich in Bildern ausdrückt und viel mit der Führung eines Unternehmens gemein hat. Außerdem werden wir ihn ausfragen können, was sicherlich auch extrem wertvoll ist.

Dies ist unser dritter Exkurs, diesmal nach Aschau, wo Claus Hipp (eines seiner/)sein Atelier hat. Das Modul wurde ins zweite Semester verlagert, weil es dort wärmer ist, was sich für die Bilder nur positiv auswirken kann. Gehören tut es allerdings zum dritten Semester.

In Aschau waren wir in Laufweite des Ateliers untergebracht. Das Hotel war soweit o.k., aber nicht zu vergleichen mit Oberaudorf.

Das Atelier ist eine große Halle mit riesigen Fenstern, Unmengen an Utensilien, kargen Tischen und Stühlen und allem, was wir brauchen werden. Und es ist ausgestattet mit drei Dingen: zwei Assistenten und Claus Hipp, der mit seiner Erfahrung und seinem Wissen unsere Fragen beantworten und unser Lernziel verantworten wird.

Was dürfen wir überhaupt davon erwarten, wenn wir mit ihm Bilder malen? Wohin soll uns das führen? Wie hilft uns das tatsächlich in der Arbeit?

Spannende Fragen und spannende Antworten.

Zunächst gibt es eine ganz knappe Begrüßung, Claus Hipp ist Herr im eigenen Hause, ein Patriarch mit unangetastetem Herrschaftsanspruch. Es ist eine ihm eigene Aura, die ihm die völlige Kontrolle überstellt. Er ist nicht unfreundlich, nicht herrisch, nicht arrogant – aber man spürt, dass er Chef ist, dass er etwas mit uns tut, dass er es Leid und müde ist, es anderen Recht machen zu wollen und sich gar nicht die Mühe gibt, diesen Eindruck zu erwecken.

Er ist vor allen Dingen eines: sehr ehrlich. In der Art, wie er spricht und wie er handelt.

Er weist uns auch gleich an, jeder einen Platz auszusuchen und anschließend versammeln wir uns um seinen Tisch, wo er uns in das Thema einführt.

Wir sollen ein Bild entwerfen, welches „Energie“ symbolisieren soll. Nicht auf eine greifbare, dingliche, fassbare Art, sondern das Ungreifbare, „Numismatische“, die Idee von Energie, ein Konzept. Das Bild soll Energie vermitteln und sie darstellen, ohne beschreibend zu werden.

Wenige Formen, wenige Farben. Weniger ist mehr. Die Idee ausdrücken, ohne sich zu verlieren.

Los geht es und wir sollen Ideen skizzieren.

Nach einer guten halben Stunde ruft uns Claus Hipp wieder zu sich, wir sollen mit ihm über unsere Ideen reden. Er gibt Vorschläge. Und fordert deren Umsetzung. Man spürt: er gibt Wissen weiter, welches funktioniert. Und erwartet deshalb die Umsetzung, da er sich nicht mit Diskussionen herumschlagen möchte. Wieder ist er nicht unfreundlich, aber bestimmt. Geradlinig.

Ein zweiter Entwurf unserer Idee also. Und dann festmachen.

Zwischenzeitlich bauen wir die Leinwand unseres Bildes. Selbst. Wir erhalten die Rahmen und stecken und nageln sie zusammen. Anschließend schneiden wir Jutestoff zurecht, den wir auf unseren Rahmen spannen. Der erste handfeste Schritt zum eigenen Bild ist vollbracht.

Als nächstes sollen wir Farben auswählen, die wir für unser Bild verwenden wollen.

Drei.

Wir sollen ihm dann die Farben nennen und uns für eine Grundierung unserer Leinwand entscheiden.

Wir fertigen auf kleinen Platten einen Entwurf unseres Bildes an um zu sehen, wie es aussehen wird und uns wegen der Farben Sicherheit zu verschaffen.

Als nächstes grundieren wir also die Leinwand. Mehrfach.

Während die Bilder trocknen, zitiert uns Claus Hipp an seinen Tisch. Er überblickt alles. Jederzeit. Nichts entgeht ihm.

Wir setzen uns um ihn. Er will, dass wir die Zeit nutzen und ihm Fragen stellen. Alles ist erlaubt. Es gibt kein Tabu. Und er beantwortet alle unsere Fragen.

„Was ist für Sie Glück?“

„Glück ist für mich, wenn ich bei einem Fest auf der einen Seite vom Zelt reinkommen kann, durchlaufe und auf der anderen Seite sofort wieder heraus kann. Ich war da, habe gegrüßt, aber habe nicht mehr die Notwendigkeit, anderen gefallen zu müssen.“

„Was ist für Sie das Wichtigste im Leben?“

„Meine Familie und meine Enkelkinder. Und meine Liebe zu Georgien.“

Auch kritische Fragen zu seinen Produkten beantwortet er ohne zu zögern, ohne etwas zu verheimlichen, ohne den Anschein, dass es ihm unangenehm ist.

Und wir erfahren, warum fast alle seine Bilder keine Titel tragen. „Damit der Titel nicht die Bedeutung verfälscht.“

Der erste Tag ist damit beendet, die Bilder trocknen jetzt und wir sollen am nächsten Tag wiederkommen.

Am zweiten Tag geht es ans Werk.

Mit Ölfarbe ausgerüstet und unter den wachsamen und sparsamen Augen von Claus Hipp beginnen wir, unseren Bildern Charakter zu verleihen. Zunächst ehrfürchtig beginnen wir, unsere makellosen Leinwände zu „beschmutzen“ und noch wissen wir nicht, ob wir der Aufgabe gewachsen sind. Eine Mischung aus Unfähigkeit und Angst, aber doch Neugier und angetrieben von den Kommentaren aus dem Hintergrund, die uns ermahnen, dass das wichtigste Element oben rechts zu sein hat. Wie die Aufteilung in Bildern – und im Marketing – zu sein hat. Wo Elemente zu sitzen haben. Dass Formen die Form zerstören können. Dass etwas zu erschaffen schwieriger ist, als etwas zu kritisieren.

Wir malen und malen. Immer mal wieder schaut Claus Hipp durch unsere Reihen und unterstützt uns, mit Wort und Werk. An jedem Bild legt er selbst mit Hand an.

Nach der Mittagspause geht es weiter. Wieder pinseln wir. Bis zum Ende des Tages haben wir einiges geschafft. Und wieder trocknen die Bilder. Wieder stellen wir Claus Hipp Fragen. Diesmal mit mehr Vorbereitung. Manch einer hat sich geschämt, dass wir „einer so bedeutenden Persönlichkeit“ keine anständigen Fragen zu stellen hatten. Ich habe Respekt vor Claus Hipp aufgrund seines Alters und in seiner Rolle als Gastgeber. Und ich schätze sein Wissen im Rahmen dieses Moduls. Auch können wir viel unternehmerisch von ihm lernen. Doch katzbuckeln liegt mir fern. Jeder stellt wieder einige Fragen und wir lernen über seine unternehmerische Sicht und über seine Prognosen für die nahe Zukunft.

Es geht nach Hause und unsere Bilder warten bis zum morgen wieder auf uns.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts geht es nur noch an den Feinschliff.

Und um das Rahmen unserer Bilder.

Außerdem lernen wir etwas über Sparsamkeit: die Holzplatten, auf denen wir unsere Ölfarben hatten dürfen wir mit den Resten der Farben verzieren. Mit einem dünnen Spatel sollen wir die Farben verstreichen und so ebenfalls nach dem Gelernten ein neues Werk erschaffen und die Regeln der Werbegestaltung und der Kunst einfließen lassen. Wir brauchen keine weitere Farbe, auf der Platte ist genug, ganz gleich, wie viel wir zu haben glauben. Und tatsächlich – die Reste sind unglaublich ergiebig. Wir erschaffen ein weiteres kleines Werk auf der Holzplatte.

Nachdem unsere Bilder gerahmt sind heißt es: Abschlußfoto mit den Bildern und Claus Hipp. Vorher wurden diese von uns signiert und von Claus Hipp benotet.

Die Ölbilder brauchen einige Wochen, um vollständig zu trocknen, also sollten wir beim Transport aufpassen, dass sie nicht zerstört werden. Noch ausgestattet mit Büchern über Kunst und das Malen von Claus Hipp als Unterstützung für die Lehrinhalte treten wir die Heimreise an.

Was haben wir gelernt?

Wir haben im Dunstkreis einer wohl einmaligen Unternehmerpersönlichkeit gearbeitet und er hat volle drei Tage mit uns verbracht. Er hat sich in dieser Zeit fast ausschließlich um uns und die Vermittlung seines Wissens gekümmert.

Er hat uns Konzepte für Kunst und Werbung beigebracht und die Umsetzung anhand eines Bildes verfolgt und geprüft. Er hat uns Ideen mitgegeben und an seinem Wissen teilhaben lassen. Hat uns getadelt und gefördert, beschenkt und willkommen geheißen. Für drei Tage waren wir Gast. Und unsere Bilder werden uns immer daran erinnern.

Hier sind alle 7 Kunstwerke. In dieser Reihenfolge waren sie an den Wänden angebracht. Die Reihenfolge stellt keine Wertung dar und entspricht auch nicht der Benotung.

Multimedia und Kommunikation – Modul 11

Und wieder ein Highlight-Modul.

An der Hochschule Ansbach gibt es den Studiengang Multimedia und Kommunikation, abgekürzt MuK und auf dem Campus gerne leicht spöttisch als „Malen und Kleben“ verschrien.

Kein Wunder – sind die Studenten doch regelmäßig am sich ausprobieren, Neues erschaffen, basteln und aufzeichnen. Denn hier wird viel mit der Kamera gearbeitet und so müssen Kulissen erstellt und Kostüme herbeigezaubert werden. Ideen für Filme und Interviews geschaffen werden und anschließend wartet natürlich die Umsetzung.

Das Modul bestand für uns aus zwei Teilen:

Der erste Teil unter Federführung des Studiengangsleiters Martin Feldmann, der selbst Inhaber einer der ältesten Werbeagenturen Deutschlands ist (Feldmann Media Group). Von ihm lernten wir, Imagefilme zu sehen und zu verstehen. Die Botschaft eines Imagefilms zu erkennen. Die Qualität eines Imagefilms zu bewerten. Gute und schlechte Filme zu unterscheiden.

Und Imagefilme zu planen. Sowohl inhaltlich, als auch budgetmäßig. Wir bekamen das Rüstzeug, um Filme (im Ansatz) zu verstehen, Werbung besser zu durchdringen, die eigene Marktposition und das Markenimage anhand eines Imagefilms zu präsentieren und diesen von den Kosten her einzuschätzen und selbst zu kalkulieren.

Dementsprechend sah die Prüfung auch ähnlich aus. Was haben wir gelernt, was können wir umsetzen. Sind wir in der Lage aufgrund einer Budgetvorgabe einen Imagefilm mit den vorhandenen Mitteln zu konzipieren? Diese und weitere Fragen erwarteten uns als Teil der Prüfungsleistung dieses Moduls.

Bis wir zu Teil 2 kamen.

Hier ging es zuerst ein wenig theoretisch zu und wir wurden von einer ehemaligen Fachfrau mit Fernseherfahrung und Professorin an der Hochschule Ansbach in einige der Grundlagen von Film und Fernsehen eingeführt.

Bevor es dann ins hauseigene Filmstudie der HS Ansbach ging.

Dort lautete unsere erste Aufgabe: eine Minute frei vor der Kamera zu einem Thema unserer Wahl zu reden.

Dabei sollten wir einerseits die Scheu verlieren (oder erfahren), vor der Kamera zu sprechen und gleichzeitig, die Zeit einzuschätzen.

Hierbei bekam ich gleich Lob, sowohl von unserer fernseherfahrenen Professorin, als auch von den Mitstudenten: vor der Kamera wirke ich richtig gut. (wer hört sowas nicht gerne?!)

Bis zum nächsten Mal durften wir uns noch zwei Interviewsituationen ausdenken.

Einmal im Dreierteam sollte eine Person den Moderator darstellen, der zwei Interviewgäste im Studio hat, diese einführen, anmoderieren und das Interview führen einschließlich Abmoderation. Ich kann nur soviel sagen: wir hatten eine riesen Spaß. Das ganze ist sehr gut und professionell geworden und wir haben unsere Rollen fantastisch gespielt.

Der nächste Tag hielt dann die Prüfungssituation bereit: ein Interview mit einem Gast (Mitstudent, Thema abgesprochen) vor laufender Kamera. Kein zweiter Take. Die Aufnahme zählt. Wie in einem Liveinterview. Vermassle es und die Note leidet.

Nachdem alles eingeregelt wurde, wurde das Interview gedreht. Und ich darf sagen: wir haben das gerockt!

Es ging nicht alles ohne Problemchen ab, aber schlußends war es doch sehr gut und die Noten konnten sich sehen lassen.

Viel wichtiger aber war der authentische Einblick in ein Filmstudio und die echte Kameraerfahrung. Zwar nur im Trockendock, da die Aufzeichnungen nur für die Dozenten und uns waren und nicht veröffentlicht werden, aber doch ein sehr lebhafter und interessanter Einblick in die Welt von Film und Fernsehen.

Kann ich nur empfehlen.

Kreative Systemische Analyse – Modul 12

Und wieder ein Highlight. Und eine der, wenn nicht sogar die, am besten wissenschaftlich erforschten und zuverlässigste Coachingmethode.

Vereinfacht könnte man sagen, es handelt sich um Familienaufstellung im Businesskontext. Also Aufstellungsarbeit mit Marken, Konzepten, Produkten, Ideen, Mitarbeitern, Mitbewerbern und der gesamten Firmenlandschaft.

Was? Aufstellungsarbeit und wissenschaftlich? Aufstellungsarbeit und zuverlässige Coachingmethode?

Ja. Beides.

Die Fragen, ob man denn im Vorfeld etwas zu der Aufstellungsarbeit erklären könnte, wurden abgewiesen.

Das muss man erfahren und danach klärt man die noch offenen Fragen. Ein guter Ansatz. Der funktioniert.

Zuerst wurden wir mit den theoretischen Konzepten der Aufstellungsarbeit vertraut gemacht und den 7 Prinzipien, die nicht verletzt werden dürfen und bei denen es Ungleichgewichte geben kann. Nach ein paar weiteren Vorüberlegungen ging es praktisch schon gleich los.

Unsere erste Aufstellung. Wir sollten Themen aus unserem Umfeld mitbringen, die wir aufstellen und lösen könnten.

Ich hatte gleich ein Thema im Schlepptau und nachdem weiter niemand den Anfang machen wollte, konnte ich mein Anliegen behandeln lassen.

Es ging um eine alte Situation aus meiner letzten Arbeit, die für mich nicht gelöst war.

Also bestimmte ich die Stellvertreter für die Rollen, die es zu stellen galt und positionierte die Stellvertreter im Raum an der geeigneten Stelle, wie ich es vor meinem inneren Bild hatte.

Anschließend war ich nur in der Beobachterrolle und schaute zu, was sich entspann.

Die Beobachtungen waren aufschlussreich. Unter Anleitung der Dozentin wurde eine Lösungssituation herbeigeführt und das Bild entworren.

Egal, was man zu diesem Zeitpunkt von dieser Methode und dem Wert der Lösung in diesem „Rollenspiel“ halten mag – mir fiel ein Stein vom Herzen. Bei mir hatte sich aufgestaute Energie gelöst. Und das allein ist doch schon wertvoll.

Die nächsten Termine waren eine Mischung aus theoretischem Hintergrund, wissenschaftlichen Informationen zur Methode und weiteren Aufstellungsarbeiten. Spannend dabei war auch, dass wir externe Auftraggeber mit in der Vorlesung hatten, die mit unserer Hilfe die Methode erstmalig kennen lernten und als echter externer und zahlender Kunde die Methode für sich in Anspruch nahmen.

Und die Ergebnisse waren aufschlussreich und verblüffend! Es ist auch für uns ein zusätzlicher Beweis der Wirksamkeit der Methode gewesen, dass ein Externer ebenfalls wertvolle Schlüsse aus der Aufstellungsarbeit ziehen kann.

Wir stellten verschiedenste Szenarien und es war fantastisch zu erleben, wie man sich als Teil des Systems fühlt, was man wahrnimmt, wie man plötzlich reagiert, wie man als Person oder System interagiert, von dem man keine Kenntnis hat und keine Kenntnis haben kann.

Wir haben auch mit verdeckten Aufstellungen gearbeitet, wo also keiner weiß, wen oder was er repräsentiert und in welchem Verhältnis er zu anderen steht. Und trotzdem waren die Ergebnisse absolut überzeugend.

Im Verlauf dieses Moduls haben wir verblüffende neue Erkenntnisse gewonnen und auch Aufstellungen mit unbelebten Vertretern durchexerziert. Man kann also auch ohne die Hilfe von Personen Aufstellungsarbeit durchführen und gelangt zum selben Ergebnis.

Jetzt klingt das alles ja gut und schön und auch interessant, aber bringt es denn wirklich etwas?

Ja, Ergebnisse stellen sich als Folge der Aufstellungsarbeit im Regelfall recht schnell ein.

Und konkret?

Zwei Wochen nach der ersten Aufstellung und somit direkt vor dem letzten Modulwochenende ruft mich mein alter Teamleiter an, mit dem ich mir nicht grün war und wo wir die Situation in der ersten Aufstellung geklärt hatten. Und was ist los? Wir haben uns normal unterhalten, nette Worte sind gefallen und es ging darum, einen Auftrag an mich zu vergeben.

Ist das bloß Zufall und hat gar nichts mit der Aufstellungsarbeit zu tun?

Schon möglich. Die Erfahrung aus vielen hundert und tausenden anderer Fälle zeigt aber eher, dass es unmittelbare Folge der Aufstellung war.

In der Zwischenzeit habe ich mehr Erfahrung mit dieser faszinierenden Methode gesammelt und setze sie gerne und regelmäßig ein. Sie hilft sehr einfach und sehr schnell und ich kann sie jedem nur ans Herz legen.

Fazit also auch hier: ein absolut wertvolles Modul, welches einem eine neue Welt erschließt und den Alltag erleichtern hilft.

Master Thesis

Bleibt nur noch die Masterarbeit.

Das vierte Semester ist ganz dafür reserviert.

Hier kann über praktisch jedes beliebige Thema geschrieben werden. Wer schon einmal vorher eine Abschlussarbeit verfasst hat, kennt die Formalien und hat schon Ideen zur Themenfindung.

Im Regelfall sollte sich im Laufe des Studiums bereits irgendein Thema herausgestellt haben, an welchem man Interesse hat und das man vertiefen möchte.

Wenn nicht oder wenn noch Unklarheiten bestehen, bespricht man sich mit seinem Professor.

Dabei stellt sich klar heraus: die kreativen Köpfe schreiben beim Rippel, die rationellen Köpfe beim Müller.

Beides ist gut, beides hat seine Berechtigung. Jeder sucht sich den aus, der zum eigenen Typ passt.

Was gibt es zur Masterarbeit groß zu sagen?

Sie muss die normalen Voraussetzungen erfüllen und je nach Thema beschäftigt sie sich mit Kreativität oder einem anderen, wertvollen Thema. Und je nach Betreuer ist die Zusammenarbeit eher enger oder eher lose. Ich habe meinen Betreuer höchstens 2x gesehen. Mehr war nicht notwendig. Er wollte sich weniger mit dem Prozess aufhalten und mehr das Ergebnis sehen und wie darauf hingearbeitet wurde. Er wollte weniger Teil des Prozess sein und mehr sehen, dass ich selbst in der Lage bin, das Gelernte umzusetzen. Und das hat wunderbar funktioniert.

Meine Masterarbeit trägt den Titel:

Visionäres Marketing – was macht den Erfolg von Google aus und was können wir für den Innovationsprozess daraus lernen

Zur Masterarbeit kann ich im Grunde nur sagen: viel Spaß, viel Glück und viel Erfolg.
Du weißt, wie das Studium bisher gelaufen ist und hast eine Vorstellung davon, was erwartet wird und wie die Dozenten ticken. Du hast eine Idee von deiner Arbeit und setzt diese konsequent um. Wenn du mit deiner Leistung ehrlich zufrieden bist, wird der Betreuer es auch sein. Also ran an den Speck und mach einen guten Abschluss.

Exkurs: CREA LEADERSHIP Kompetenz Spiel

Das CREA LEADERSHIP® Kompetenz Spiel ist eine Entwicklung von Jürgen Rippel & Jochem Müller. Das Spiel besteht aus jeweils 50 Karten mit eher positiven Eigenschaften und eher negativen, bzw. verbesserungswürdigen Eigenschaften. Außerdem fünf zentrale Steuerkarten, die die fünf Kompetenzfelder Methodische Kompetenz, Soziale Kompetenz, Intuitive Kompetenz, Fachliche Kompetenz und Persönliche Kompetenz repräsentieren.

Aus dem Stapel der positiven Eigenschaften werden in der Grundversion des Spiels zehn positive Eigenschaften gewählt und aus dem Stapel der negativen Eigenschaften fünf. Diese Karten werden anschließend aufgrund eines auf der Rückseite der Karten abgebildeten Farbschemas den Steuerkarten zugelegt, um so eine Aussage über die Ausprägung innerhalb der jeweiligen Kompetenz zu erhalten.

Spielweisen sind stellvertretend: das Legen des Selbstbildes, bzw. der Selbstwahrnehmung, sowie das Legen des Fremdbildes einer dritten Person.

Weiterhin können mit dem Spiel Stärken erkannt werden als auch abstrakte Konstruktionen, wie ein Stellenprofil oder ein Unternehmen, gelegt werden.

Das Spiel ist eine wertvolle Erweiterung des Werkzeugkoffers eines jeden Coaches und kann zur Entspannung von Konfliktsituationen beitragen.

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