Grundausbildung Erster Tag Teil 2

Jedenfalls weiß ich jetzt, es gibt einen Bus. Und den wird ich schon erkennen. Na gut, ich hoff’s mal stark. Jetzt kann ich allerdings nicht mehr lesen, weil dieses unfreundliche Telefonat mich doch etwas angeschlagen hat. Okay, schau ich mir halt die Landschaft an. Noch alles schön grün und die Sonne scheint auch ganz nett.

Tralala. Dummdidumm. Langweilig. Wann bin ich denn endlich da? Doch – eigentlich will ich doch gar nicht ankommen. Ah, verdammt, da kann ich eh nix dagegen machen, also warum denk ich dauernd den selben Scheiß? Verdammter Bund. Verdammtes scheiß KWEA!

Pünktlich um 13:27 Uhr, wie in der Zugauskunft angegeben, komme ich am Bahnhof Mittenwald an und sehe schon vom Fenster aus zwei Soldaten am Ausgang stehen. Okay, stimmt, jetzt kann ich den Bus nicht mehr verpassen. Hätt ich gleich draufkommen können, dass wir abgeholt werden. Der Zug steht und ich steige aus. Aber von den Türen vor und hinter mir noch zig andere. Gut, lauf ma mal zu den Soldaten. Die sagen gleich „Okay, also jetzt alle mal sammeln und gut zuhörn! Ihr holt jetzt alle eure Einberufungsbescheide raus, zeigt sie uns und wir sagen euch dann eine Nummer, 6 oder 8 und die merkt ihr euch dann. Alles klar!?“

Ja, bisher ist noch alles klar. Ich hab meinen als erster draußen und da ich eh ganz vorne stehe, schaut sich der erste Soldat auch gleich den Bescheid an. „8. Und gleich weitergehen nach draußen und dort warten!“ Soldaten in der Grundausbildung haben alle eine ziemlich schroffe und laute Stimme. Okay, somit gehen wir alle der Reihe nach nach draußen vor den Bahnhof und warten. Als endlich alle, so zirka 40, Mann da sind, kommen nochmal die beiden Soldaten und weißen uns schon mal gleich ein.

„So meine Herren! Sie legen jetzt gleich mal alle Uhren, Ohrringe, Ketten oder Piercings ab, soll ja Leute geben, die auch so einen neumodischen Scheiß haben. Dann machen sie auch gleich mal alle ihre Handys aus, die müssen in der Kaserne ausgeschalten sein. So. Sie können jetzt nochmal eine rauchen wenn sie wollen, das wird erst mal ihre letzte Zigarette sein. Wir warten jetzt noch auf den Bus, der uns dann zur Kaserne bringt. Die mit der Nummer 6 steigen vorne ein, die mit der Nummer 8 hinten. Soweit alles klar!? Fragen keine!? Gut.“

Fragen ham ma bestimmt, aber ich trau mich nichts fragen. Ich wart einfach mal ab, was passiert.

Ich schau mich um was da noch so alles für Gesichter da sind und…. das gibt’s doch nicht! Nee oder?! Mein alter Schulfreund Stefan Fürst! Ich glaub’s ja nicht. Wir waren in zwei unterschiedlichen Klassen aber kennen uns noch von früher aus der 5. und 6.! Er war immer die Sportskanone. Ein Seelenverwandter und er kommt aus derselben Gemeinde. Gleich mal ansprechen.

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