Strukturierte Kreativität – Modul 4

Das vierte Modul entführte uns nach Brüssel an eine der weltweit wichtigsten und renommiertesten Adressen für Kreativität – das CCL – Center for Creative Leadership.

Ein wenig Auslandserfahrung ist nie schlecht und besonders, wenn es an einem so wichtigen Ort wie dem CCL ist. Die Anreise (selbstorganisiert) und das Hotel (von der Hochschule gebucht) waren völlig in Ordnung und für mich persönlich mit einigen neuen Erfahrungen garniert, die mir einmal mehr mein unverschämtes Glück vor Augen führten. So hatte ich bei der Anreise mit dem Zug sofort eine fantastische Sitz- und Gesprächspartnerin mit wertvoller Lebenserfahrung und konnte mir mit ihr ein Taxi zum Hotel teilen, das auf dem Weg zu ihrem eigenen Bestimmungsort lag. Die Dame zeigte mir den Bahnhof, konnte mir Informationen zur Stadt geben und ich musste nicht einmal für meine Taxifahrt zahlen.

Überraschend war für mich allerdings, dass sie dachte, ich befände mich auf der Heimreise; sie hatte mich aufgrund meiner Erscheinung für einen echten Brüssler gehalten, was mit lobenden Adjektiven versehen war.

Zum Inhalt und zum CCL:

Das CCL ist in einem unscheinbar scheinenden Bürokomplex, in dem viele Firmen ansässig sind. Das mindert den Wert der Institution allerdings in keinster Weise. Wir wurden wunderbar empfangen und mit einem Vortrag des CCL begrüßt. Hier wurden uns Einblicke in die Arbeit und einige Denkmodelle geschenkt.

Unsere Hauptvorlesung allerdings drehte sich um strukturierte Kreativität, was wie ein Widerspruch in sich klingt, jedoch eine ganz einfache Überlegung ist. Gibst du Kreativität eine Struktur oder nutzt einen strukturierten Ansatz, um zu kreativen Ideen zu kommen, entschlüsselt sich schon dieser anfängliche Widerspruch.

Im Rahmen der Vorlesung haben wir deshalb einen Prozess kennengelernt, der sowohl kreative, als auch strukturierte Methoden der Ideenfindung kombiniert nutzt und aufeinander aufbaut. Hierbei handelt es sich um die Wachstumsspirale, die erst den einen, dann den anderen Ansatz nutzt, darauf aufbaut und in der Summe neue Ideen ausbildet. Es ist eine von vielen Möglichkeiten, Ideen zu generieren und Kreativität zu trainieren.

Unter anderem wurden uns dabei die Osborn-Checkliste vorgestellt, die das Denken verändern hilft. Was, wenn das zu verändernde/neu zu erfindende Objekt größer ist, kleiner ist, schmaler ist, breiter ist, eine andere Farbe oder andere Form hat, die gegenteilige Verwendung hat etc. Allein das Spielen mit verschiedenen Möglichkeiten gibt einen Eindruck davon, wie ein Produkt sich verändern kann.

Innerhalb dieses Moduls wurden wir mit sehr vielen Techniken von lateralem und divergentem (linearen und kreativem) Denken bekannt gemacht, die sich im Alltag einsetzen lassen. Leider haben Firmen nur allzu häufig keine Kapazitäten, um sich wirklich konkret mit diesen Methoden zu befassen und das eigene System und die Produkte und Leistungen zu überdenken. Sehr schade, denn der Nutzen ist wirklich enorm. Aber gut; nicht jede Firma will langfristig erfolgreich bleiben.

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