Kreatives Marketing – Modul 1

Das erste Modul findet außerhalb der Räume der Hochschule direkt in Nürnberg statt (zumindest bei uns). Im Haus unseres Dozenten. Es ist ein altes Kutscherhaus, mit langer Geschichte und interessant eingerichtet. Das Haus ist das Gegenteil von minimalistischem Einrichtungsstil – hier wird man bei jedem Besuch, bei jedem Blick, in jedem Winkel immer etwas neues entdecken. Und alles, was man findet, hat Geschichte. Das Haus lebt. Und ist definitv Ausdruck von Chaos und Ordnung, von Tradition und Mystik, von Kreativität und (geistigem) Fortschritt.

Da steht ein Rabe, dort eine Kanone, ein altes Bullauge ziert eine Tür, uralte Telefone hängen an den Wänden, hier ein Posthorn, dort ein Stahlhelm – hier lebt Geschichte. Und jedes Element bereichert die Gedankenwelt. Eröffnet Vielfalt doch neue Inspiration.

Somit passt das Umfeld sehr gut zu einem Modul, das sich „Kreatives Marketing“ nennt.

Aber was erwartet man von einem Modul „Kreatives Marketing“? In einem Studiengang, wo u. a. Menschen wie Steve Jobs für ihre Visions- und Schaffenskraft (und natürlich ihr unglaublich gutes Marketing) angeführt werden. Neidlos muss man anerkennen, dass Jobs mit seinen Präsentationen begeistern konnte und einen Kult um sich und um seine Produkte geschaffen hat.

Ist das die hohe Kunst des Marketings? Fanatische Fans zu schaffen, die das eigene Produkt verteidigen, verehren und jede Neuerung religiös zelebrieren? In gewisser Weise sicherlich ja. Aber im Modul Kreatives Marketing geht es nicht darum, wie man einen Kult aufbaut, sondern wie jeder Marketing selbst umsetzen kann.

Es geht darum, wie sich Marketing definiert und wie gutes Marketing aussehen kann. Und dass die Definition von gut sehr subjektiv ist. (wer mit dem hier gelernten Wissen einen Kult um seine Marke aufbauen will, kann dies aber übrigens auch tun)

Neben einem kleinen klassischen und fast schon geschichtlichen Abriss (mit einem extrem umfangreichen Skript) kommen erfolgreiche Werbekampagnen zum Zug. Uns wird ein Muster des Innovationszyklus aufgezeigt, der über den klassischen Produktlebenszyklus hinausgeht.

Wir erfahren, wie sich MARKETING definieren lässt und einen groben Rahmenplan, wie sich Kampagnen und Ideen erstellen lassen.

Wir lernen Kreativwerkzeuge wie den Morphologischen Kasten kennen und erste Ausblicke auf die unterschiedlichen Arten der Kreativität (linear, lateral, holistisch), die uns im Modul 6 noch einmal genauer begegnen sollen.

Wir bekommen Gastredner von Marketingagenturen und der GfK mit in die Vorlesung, die uns an Details aus der Arbeit und der Praxis teilhaben lassen. Und wir erfahren (kurzer Ausflug in die Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung), warum Stichprobenbefragungen repräsentativ sein können. Also warum kann eine Befragung von ein paar hundert Leuten stellvertretend für die gesamte Republik sein. Das einmal verstanden zu haben ist eine Bereicherung an sich.

Außerdem erfahren wir viele interessante Geschichten von unserem Dozenten, die nachvollziehbar und packend aufzeigen, welchen Impulsen man wann wie nachgehen kann, um zu kreativen Ergebnissen zu kommen. Er spricht dabei aus seiner eigenen Erfahrung aus den verschiedensten Stationen seines Lebens und macht greifbar, dass für Kreatives Marketing in jeder Firma Platz ist – und dass es sich lohnt.

Das spannendste an diesem Modul sind nicht die Vorlesungsunterlagen, sondern die Geschichten und Inhalte, die sich neben dem regulären Stoff abspielen und einem die theoretischen Inhalte nahe bringen.

Es ist keine klassische Marketingvorlesung, wobei in Teilen „normaler“ Vorlesungscharakter gegeben ist. Das umfangreiche Wissen, das aber abseits des Stoffes zusätzlich vermittelt und mitgeschrieben wird, ist das wahre Goldstück.

Man lernt Marketing nicht von einem anderen Stern kennen, sondern ganz normales, bodenständiges Marketing aus der Praxis und mit vielen Erlebnissen, die zeigen, dass Marketing mehr ist. Nicht einfach nur dröges befolgen der vier P (Product, Place, Price, Promotion – oder fünf P, wenn People mit dazugezählt wird) und auch nicht einfach die AIDA Formel, sondern ein greifbares Verständnis der Emotionen der Zielgruppe und überraschende Herangehensweisen und Hervorbringen von Ideen (z. B. auch Delphi-Methode) und dem Nachgeben von Impulsen, sich etwas trauen und zu sich selbst stehen. Hab Vertrauen und lass los.

Hier wird Marketing nicht theoretisch vorgelesen, sondern praktisch und glaubhaft vorgelebt. Von einem etwas merkwürdig anmutenden, sehr fähigen und tiefgründigen Menschen, der Ahnung hat und dem ich mehr als jedem anderen Marketingexperten die Zukunft meines Unternehmens anvertrauen würde. Er ist so gut. Das erschließt sich wahrscheinlich nicht jedem (sofort), aber wer abseits des reinen Kopfdenkens auf den Menschen schauen kann und auf die Ergebnisse, kann nur zu dem Schluss kommen: die Arbeit mit dem Typ lohnt sich.

Unser Dozent ist in seinem Wissen und seinen Fähigkeiten nicht austauschbar und gefragt bei namhaften Firmen. Er hat Wissen in bodenständigem Marketing und weit darüber hinaus, hat Innovationen (mit)begründet, ein kreatives Gespür, eine zuverlässige innere Stimme, kennt sich mit morphogenetischen Feldern und Quantenmechanik aus, Energiemedizin und Schamanismus, Tarot und Psychologie und er liebt Gewürzspekualtius. Die Polizei lässt bei ihm Profiler ausbilden. Wenn das mal nichts zählt.

Und so hat sich die Vorlesung auch gelohnt.

Die Bücher CREA LEADERSHIP und CREA M5 sind hier übrigens eine gute Ergänzung. Das gilt im Übrigen für alle Module. Sie ergänzen und vertiefen noch einmal die Inhalte und eröffnen einen tieferen Zugang zur Materie.

Takeaway

Kreatives Marketing ist nicht so ungewöhnlich, wie man denken mag. Es ist eine Herangehensweise von einem anderen Standpunkt, mit anderen Mitteln und mit einem anderen (ganzheitlicheren) Ziel. Die Vorlesung besteht aus Skripten, Vorträgen von Personen aus der Wirtschaft und viel persönlicher Erfahrung, von der der Zuhörer stark profitieren kann. Ein guter Einstieg ins Studium.

 

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