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Integrative Gesundheitsförderung – Zweites Semester

Die Eindrücke und Angaben beziehen sich auf das Sommersemester 2009.

Nach einer vorlesungsfreien Zeit starten wir in das Sommersemester. Mit großen Erwartungen und vielen Fragen. Denn laut Stundenplan (der – immer – bis zum letzten Tag und auch nach Semesterstart noch regelmäßig geändert wird) kommt eine Projektarbeit mit dazu. Das wird spannend.

Betriebswirtschaft II

Besteht in diesem Semester aus:

  • Wertschöpfungskette
  • Prozessmanagement
  • Projektmanagement

In Wertschöpfungskette ging es um den betriebswirtschaftlichen Ablauf, wie etwas verdient wird und warum. Wie man also Werte erschafft oder veredelt und so zu Geld macht. Prozessmanagement zeigte uns die Abläufe in einem Unternehmen/Betrieb und was hier an vielen Fallstricken und Reglements zu beachten ist. Sehr spannend. Während diese beiden Module theoretisch abgehalten wurden, ging es in Projektmanagement an die Praxis.

Verschiedene Projekte standen zur Auswahl und die Projektgruppen haben sich nach Interesse gefunden. Wir haben das Semester über am generationenübergreifenden integrativen Bewegungspark Ahorn (ugs. „Spielplatz“) gearbeitet. Mit dem Bürgermeister Treffen abgehalten, Bürgerversammlungen beigewohnt, Konzepte entwickelt und unsere Ergebnisse präsentiert. Das Projektmanagement war menschlich fordernd, da die Gruppe (wie bei jeder Projektarbeit) nicht gleichgeschaltet ist, unterschiedlich motiviert arbeitet und es zu ernsthaften Reibereien kommt. Insgesamt war es aber eines der denkwürdigsten Module des gesamten Studiums, als dass es mit allen Höhen und Tiefen und den Lernerfahrungen gut im Gedächtnis bleibt. Würde ich sofort wieder machen.

Forschung I

Beinhaltet folgende Module:

  • Grundlagen naturwissenschaftlichen Arbeitens
  • Wissenschaftskolloquium
  • Dokumentation und Statistik

In den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens haben wir über das Zitieren, Recherchieren und alle weiteren Belange gelernt, damit eine wissenschaftliche Arbeit auch diesen Namen verdient.

Wir haben gelernt, Studien zu lesen und zu interpretieren, gute Studien (mit Aussagekraft) von schlechten Studien („hey, wir haben eine Studie in Auftrag gegeben und diese sagt, dass unser Produkt gut ist“) zu unterscheiden und selbst Studiendesigns anzulegen. Sehr wichtig und wertvoll für die Arbeit im Gesundheitsbereich.

Das Wissenschaftskolloquium war zu meiner Zeit noch freiwillig. Wir haben uns (semesterübergreifend) in lockerer Runde getroffen und über ein aktuelles Thema gesprochen, bei uns war es damals das abstrakte Konzept „Liebe“ und die Auswirkungen auf die Gesundheit. Dabei sind wir über verschiedene Ausprägungen und Ansätze auch über Themen wie der sozialen Geburt, „Free Hug“ Aktionen und anderen Themenideen eingestiegen. Inhaltlich sehr lehrreicher Austausch und Ideenlieferant für mögliche Abschlussarbeiten.

Dokumentation und Statistik kam bei uns, glaube ich, zwar erst im dritten Semester und drehte sich um das Lesen von Statistiken, statistische Fehler, Lügen mit Statistik, Auswertung mittels Fischer-Test und Chi-Quadrat-Test mittels SPSS und weiteren Themen. Wie z. B. was ist eine Nullhypothese und was ist eine Forschungshypothese. Wie gehe ich vor, um belastbare Daten zu erhalten, welche Möglichkeiten gibt es, worauf muss ich achten. Es ist im Übrigen erstaunlich, wie häufig einem im Alltag tatsächlich diese Dinge begegnen und wie häufig sich der Chi-Quadrat-Test in meinen Alltag eingeschlichen hat in der Arbeit im Onlinemarketing. Obwohl Statistik etwas langatmig ist, sind die Inhalte in jedem Fall wertvoll. Nicht nur, aber besonders auch vor dem Hintergrund von Forschung I.

Gesundheit II

Das zweite Semester hält folgende Module für uns bereit:

  • Motivation und Gesundheit
  • Gesundheitsorientierte Interventionen
  • Grundlagen der Krankheitslehre

Was ist eigentlich die Ursache, dass man sich um Gesundheit bemüht? Darum ging es in Motivation. Wie schaffe ich es, das Bedürfnis auszulösen, dass sich jemand für seine Gesundheit engagiert? Die gesundheitsorientierten Interventionen zeigten uns theoretisch und praktisch, was man tun kann, um Gesundheit zu fördern. Schließlich heißt der Studiengang auch Gesundheitsförderung und die Studenten sind „Gesundheitsförderer“. Hier haben wir spannende Aspekte der Gesunderhaltung beleuchtet.

In Grundlagen der Krankheitslehre erwartete uns sinngemäß genau das: ein Überblick über Zivilisationskrankheiten, Ursache von Krankheit (aus schulmedizinischer Sicht), genauerer Blick auf Diabetes, Krebs, KHK etc. Eine gute Grundlage und Verknüpfung mit den anderen Modulen, denn wenn ich weiß, was Krankheiten und ihre Ursachen sind kann ich die Motivation zur Veränderung z. B. über den Schmerz und Verlust bei Krankheit nutzen um Interventionen bereitzustellen und durchzuführen.

Wir haben im zweiten Semester als Gruppenarbeit dazu auch ein Konzept entwickelt, welches so aller Wahrscheinlichkeit nach auch von den Krankenkassen angenommen worden wäre, Stichwort: EISSIG.

Gesundheitspsychologie

Spannendes Modul mit vier Teilen:

  • Gruppendynamik
  • Gesundheit lernen
  • Gesundheitsverhalten
  • Verhaltensmodifikation in Gruppen

Wie funktionieren Gruppen und warum ist eine Gruppe anders, als ein Einzelner? Wie kann ich die Meinungsführer in Gruppen herausfinden und für mich gewinnen? Wie läuft Gruppendynamik ab und welche Konsequenzen hat das für die Reaktionen einer Gruppe? Spannende Inhalte nicht nur für Gesundheitsförderung, sondern weit darüber hinaus.

Die restlichen Themen zielen alle weiter darauf ab, Gesundheitsverhalten zu erkennen und zu ändern und dies beim Einzelnen oder in der Gruppe zu bewerkstelligen. Fazit: lehrreich.

Wahlfremdsprache II

Hier geht es weiter mit Französisch oder Spanisch. Man bleibt bei der Sprache, die man im ersten Semester gewählt hat. Die Sprachenlernmethode ist hier nach wie vor die ursprüngliche, mittelalterliche Methode per Vokabeln und Grammatik sowie Nachspielen von Alltagsszenen. Nicht sonderlich effektiv. Wer sich mit der Geschichte des Sprachenlernens auseinander setzt, stellt fest, dass unsere modernen Methoden extrem antiquiert sind und nicht dem Stand der Forschung entsprechen. Aus verschiedenen Gründen.

Wer mit der Birkenbihl Methode vertraut ist, sollte unbedingt damit das Lehrmaterial bearbeiten oder seine Wahlsprache direkt vorher oder parallel lernen und die Prüfungen dann so schreiben.

Links zu Birkenbihl Sprachkursen auf Amazon:

Vorteile der Birkenbihl Methode sind:

  • Vokabeln pauken ist verboten (und unnötig)
  • Grammatik ist unnötig (aber erlaubt, wer daran Spaß findet)
  • 80% Zeitersparnis gegenüber regulärem Sprachenlernen
  • die Kurse sind ab ca. 10,- Euro erhältlich
  • vermitteln Sprachgefühl
  • lassen die Wahl, was wie gelernt werden möchte
  • man lernt die Zielsprache verstehen und in ihr zu denken und kann danach entscheiden, ob man auch lesen, schreiben, sprechen lernen möchte – ganz wie ein Kind
  • muttersprachliche Sicherheit und Sprachverständnis stellen sich ein
  • keine Qual
  • Spaß

Fazit

Das zweite Semester war anspruchsvoller. Der BWL-Teil war sehr fordernd und Studenten haben das Studium abgebrochen, weil es ihnen zu viel war und sich bisher nicht erschlossen hat, wozu überhaupt (so viel) BWL notwendig sein soll. In manchen Studiengängen wird gleich zu Beginn ausgesiebt, einige Studenten hatten den Eindruck, dass es hier im zweiten Semester der Fall ist.

Abgesehen von der wachsenden Unzufriedenheit, weil viele nicht nachvollziehen konnten, warum welche Inhalte in welchem Umfang notwendig sein sollten war es ein inhaltlich lehrreiches und spannendes Semester. Wohl das fordernste, aber auch das gefühlt beste.

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