Erlebnispräsentation – Modul 8

Und noch ein Highlight in diesem Studiengang. Zusammen mit Modul 7 und Modul 5 haben jetzt meine Top 3 alle in einem Semester stattgefunden.

Dank Claudia Huber bin ich ja überhaupt erst auf diesen Studiengang aufmerksam geworden. Und ich kannte sie ja schon von einem zweitägigen Rhetorikseminar. Und sie kannte mich. Also dachte ich, das wird ein Spaziergang für mich, da ich ja schon alles kenne, was sie uns beibringen will. Fehlanzeige.

Claudia bittet uns, eine Rede für den ersten Tag vorzubereiten. Ich wiege mich in falscher Sicherheit und bin schlecht vorbereitet. Dementsprechend schlecht präsentiere ich also auch. So kenne ich mich selbst gar nicht. Und das ist gut so, denn Claudia vermittelt mehr als nur rhetorische Techniken. Sie vermittelt etwas zutiefst menschliches und arbeitet auf einer Ebene, die kein anderer Rhetoriktrainer so anspricht.

Ich musste in ihrem Seminar schlecht sein, weil es bei ihr nicht einfach darum geht, Techniken zu kopieren, die einem vorgemacht werden. Zumindest nicht für mich. Meine Lernerfahrung in diesem Modul ging über die Techniken, die ich alle schon kannte, hinaus. Und so durfte ich auf einer neuen Ebene zu lernen beginnen.

Auf dem Rhetorik-Event von Matthias Pöhm habe ich mich als perfekte Kopiermaschine herausgestellt. Dort bekam ich Lob wie „der könnte glatt Ihr Nachfolger werden, Herr Pöhm“ und „hätte ihm keine so gute erste Rede zugetraut. Nahezu perfekt.“ Kein Wunder also, dachte ich, wird dieses Modul ein Spaziergang. Aber das klappt mit Claudia nicht.

Sie hat eine ganz eigene Energie und so wurde mein eigenes Energiesystem durcheinander gebracht und meine Leistung war richtig schlecht. Inhaltlich musste sie mir nicht mehr viel beibringen, aber dafür menschlich. Sie hat hinter meine Fassade geschaut, hinter die geschliffenen Techniken und mir erlaubt, mich auszudrücken. Dank ihr habe ich gelernt, ich selbst zu sein, wenn ich vor Publikum stehe. Etwas, auf das so gut wie kein anderer Rhetoriktrainer wirklich schaut.

In vielen Seminaren geht es eher darum, möglichst gut funktionierende Techniken zu vermitteln, diese einzuüben und rhetorisch nachher besser zu sein, als vorher. Und sich zu trauen, selbstbewusst vor Publikum zu sprechen.

Das hat auch bei Claudia Wichtigkeit und seinen Stellenwert, denn die meisten Trainings verlangen dies. Nur, wer die Techniken schon kennt, wer schon etwas weiter ist, lernt bei Claudia Elemente, die über das reine Können hinausgehen. Man lernt bei ihr, man selbst zu sein. In jeder Lage und ganz besonders vor Publikum. Das ist eine unschätzbare Sache.

Kommen wir aber zu den Techniken, die Claudia uns vermittelt hat.

Wir haben bei ihr immer wieder über den Eisberg gesprochen. Und es ging nicht einfach um das Eisbergmodell, mit dem Unterbewusstsein und bewusster Wille veranschaulicht werden soll. Es ging wesentlich mehr an die Substanz unseres Wesens, unseres Seins. Und wie wir (von uns selbst) beeinflusst werden. Claudia hat Tiefgang und das merkt man ihr sofort an. Nicht nur, aber spätestens, im Training.

Sie hat mit uns das Auftreten vor Publikum geübt, hat uns einen roten Teppich entlang laufen lassen, hat uns VGZ beigebracht, freies Reden, den Unterschied zwischen PowerPoint und Redekunst vermittelt, unseren Blick geschärft und uns immer wieder vor die Gruppe gezerrt, um unsere Performance zu erleben, zu verbessern und uns zu fördern.

Dabei hat sie unglaublich viele Dinge im Blick, an denen sie mit uns arbeitet. Von der Stellung unserer Hände über unsere Kleidung und Accessoires und über die Körpersprache bis hin zur Stimme, der Betonung, den Pausen, der Körperhaltung, dem Blickkontakt, den Hilfsmitteln, der Einbeziehung des Publikums. Claudia entgeht nichts und so boxt sie uns durch immer neue Situationen hin zu unserer Größe.

Für viele ist allein die reine Vermittlung der Inhalte der Rhetorik eine echte Bereicherung die sie wie keine Zweite bewerkstelligt; für mich allerdings war das, was sie darüber hinaus gefördert hat (und dank CQM ein wenig in die richtige Richtung korrigiert hat) der wahre Mehrwert. Sie hat mir gezeigt, dass ich ich selbst sein darf und vor Publikum keine Rolle spielen muss. Ich muss keine Kopie meines Trainers sein, sondern die beste Version von mir selbst. Und das ist wahres Training.

Ein kleines Highlight gab es noch zusätzlich am Ende des Moduls, den ‚Goldenen Umschlag‘. In diesem stehen Gründe ganz für jeden selbst, von unseren Mitstudierenden geschrieben, warum er ein guter Redner ist. Wir sollen ihn öffnen, wenn wir einmal glauben, nicht gut genug zu sein.

Ich frage mich, was wohl in meinem steht.

Claudia Huber – more than words

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