Allgemeines

Integrative Gesundheitsförderung ist der Name eines Studiengangs an der Hochschule Coburg. Das Studium wird dem Bereich "Soziale Arbeit und Gesundheit" zugeordnet und dauert 3,5 Jahre. Von diesen sieben Semestern (Start zum Wintersemester eines Jahres) ist das fünfte ein Praxissemester, in dem die Studierenden in einem Betrieb Kenntnisse erwerben und ihr Wissen unterbringen sollen.

Der Studiengang hat eine recht kleine Teilnehmerzahl, obwohl sehr viele Bewerbungen vorliegen. So starten im Schnitt jedes Wintersemester 50 Personen ihr Studium, um einen Abschluss als "Manager für angewandte Gesundheitswissenschaften" zu erwerben. Aufgrund der um einiges höheren Bewerberzahl liegt ein entsprechender Numerus Clausus vor, der im oberen Bereich angesiedelt ist. Bewerber müssen also über vorhandene gute Noten, ausreichend Wartezeit oder eine Kombination aus beidem auf einen Studienplatz hoffen.

Frauenquote

Im Studiengang IGF, wie er abgekürzt heißt, herrscht eine immens hohe Frauenquote. Über 90% der Studenten sind Frauen. Das ist angesichts der Studienrichtung und -inhalte nachvollziehbar, birgt aber natürlich einige Probleme. So bilden sich recht schnell Gruppen, die teilweise in Projekt- und Gruppenarbeiten durcheinander gewürfelt werden, was nicht immer für Gegenliebe sorgt und auch die Integration der wenigen Männer im Studiengang ist nicht immer ideal. Dessen ungeachtet herrscht neben den üblichen Zickenkriegen eine recht gute Lernatmosphäre.

Stundenplan

Der Studiengang ist aufgrund seiner Größe etwas anders gestrickt als ein "gewöhnliches Studium". So sind alle wesentlichen Fächer einheitlich wie in einem Stundenplan für die Studenten vorbereitet. Eigenverantwortlich die passende Fächerkombination suchen oder sich die Vorlesungen zurecht legen, sich rechtzeitig in die notwendigen Vorlesungen einschreiben oder ähnliches entfällt. IGF-Studenten bekommen einen fertigen Plan mit allen relevanten Inhalten. Darüber hinaus kann man sich natürlich in separate Fächer einschreiben, um zusätzliche Erfahrungen und ECTS zu sammeln. Was nicht notwendig ist, aber für das weitere Leben empfohlen wird.

Professoren

Die Professoren und Lehrbeauftragten im Studiengang sind durch die Bank fähig. Die Dozenten bemühen sich in aller Regel um eine ordentliche und lehrreiche Veranstaltung. Es lässt sich nicht vermeiden, dass einige Vorlesungen wörtlich zu verstehen sind: als vorlesen dessen, was ein Beamer an die Wand projiziert. Dies ist eine Schwäche, die aber nicht exklusiv auf IGF zutrifft, sondern generell im Schul- und Universitätskörper anzutreffen ist. Das macht es nicht besser und zeigt eine generelle Schwäche unseres Schul- und Ausbildungssystems auf, soll aber hier jetzt nicht Thema sein.

Die Professoren sind in aller Regel keine Anfänger und haben sich ihre Position zu Recht verdient. Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass man im Laufe des Studiums immer wieder an dem ein oder anderen Dozenten zweifelt, Dinge besser weiß oder anders sieht. Das System ist nicht perfekt. Aber das darf auch nicht erwartet werden. Die Dozenten im Studiengang IGF arbeiten in der Regel nicht wegen eines Gehaltsschecks, sondern aufgrund dem Interesse am Lehren. Zumindest will ich das unterstellen. Mir ist zumindest kein Dozent vorgekommen, der merkbar leidenschaftslos seine Vorlesung gehalten hat. Das Team der Professoren ist dabei auch verhältnismäßig jung - für Hochschulprofessoren.

Fähigkeiten

Das Studium liefert, trotz einiger Bedenken, die sich während des Studiums so herausbilden, alle wesentlichen Punkte für einen guten Berufsstart. Man darf dabei jedoch nie vergessen, dass das Studium eine Grundlage bildet, ein Fundament. Auf dieses muss man selbst und ständig aufbauen. Andernfalls sind die Chancen am Arbeitsmarkt, der sowieso nicht wirklich auf einen (IGF-)Absolventen wartet, nicht rosig. Das ist wie beim Hausbau: nur ein Fundament möchte ein Bauherr nicht kaufen, wenn er eine Immobilie sucht. Er möchte etwas besonderes. Einen kompletten Aufbau aus Holz, ein Haus mit verspielten Extras, eine topmoderne Wohnung oder vielleicht einen Wolkenkratzer. Das Fundament liefert das Studium, die Extras muss man selbst einbringen. Zum Beispiel durch lernen neben dem Studium anstelle von Partys.

Partys

Partys finden regelmäßig statt, z. B. die Mensapartys. Hier kann sich der hart arbeitende Student austoben und neue Leute abseits des eigenen Studiengangs kennen lernen. Wer jedoch nach der Vorlesung nichts mehr tut und mehr an den Partys interessiert ist als am hinzulernen, nachbereiten des Stoffs, vorbereiten (damit man in der Vorlesung Fragen stellen kann, die einen weiterbringen) für die nächsten Vorlesungen und der separaten Weiterbildung, der wird eben keine Extras bieten können und nach dem Abschluss nicht zwingend glücklich sein, wenn die Qualifikationen nicht ausreichen sollten oder extrakurrikulare Tätigkeiten fehlen, die den Ausschlag für eine Anstellung gegeben hätten. Das soll nicht heißen, dass man ohne diese weitere Fleißarbeit keinen Job bekommt oder dass man nicht trotz großem Einsatz abgelehnt werden kann. Es geht einfach darum, wie man seine Zeit verbringt und welches Ziel man sich nach dem Abschluss gesteckt hat - und was man dafür zu tun bereit ist.

Natürlich kann nicht jeder die Zeit frei einteilen und viele Studenten müssen neben der Uni arbeiten, um sich Studium und Unterhalt finanzieren zu können. Man darf also weder den einen noch den anderen Studenten über einen Kamm scheren. Eine Warnung sei trotzdem ausgesprochen: das Klinikum Coburg ist kein Fan der Mensapartys an der Hochschule Coburg, da sie regelmäßig mehrere Alkoholleichen abzuholen haben, die an Hochschule und in der Klinik für sehr viel Ärger sorgen. Es kam schon zu vielen sehr unerfreulichen Fällen für die Studenten, die ihre Grenzen nicht erkannt haben. Obwohl auf den Mensapartys nicht die wilde Wutz abgeht ist die Stimmung und für viele auch der Alkoholpegel doch entsprechend hoch mit den denkbaren Folgen. Hier kann man Eigenverantwortung üben - und wer hier dergestalt über die Stränge schlägt, dass er nicht mehr Herr seiner Sinne ist kann nicht erwarten, wirklich für voll genommen zu werden.

Semesterwerksbeitrag

Der übliche Semesterwerksbeitrag fällt an. In diesem enthalten ist ein Ticket, mit dem man als Studierender die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. Ein echt gutes Geschäft. Ansonsten fallen - außer Kosten für Lernmittel - keine Studiengebühren an.

Bafög

Natürlich kann man sich mittels Bafög fördern lassen. Das Studentenwerk Oberfranken hilft bei allen Belangen und ist direkt auf dem überschaubaren Campusgelände angesiedelt.

Wohnheim

Auf dem Gelände sind einige Wohnheime angesiedelt. Diese sind preislich relativ günstig. Irgendwo zwischen 200 - 250 Euro monatlich warm mit Internet. Dafür erhält man eine vollständig eingerichtete Wohneinheit mit Schlafcouch, Schreibtisch, Stuhl, Regal, Küche, Spüle, Nasszelle und Schrank. Mitzubringen sind eigene Einrichtungsgegenstände, Fernseher, Spielekonsole und Stofftiere.

Prüfungen

Die Prüfungen sind in den meisten Fächern schriftliche Prüfungen wie überall. Wer lernt, besteht im Regelfall auch. Hilfsmittel sind je nach Fach zugelassen. In einigen Fächern erfolgt die Prüfung auch durch ein Protokoll, eine mündliche und praktische Prüfung, ein Referat, eine Gruppenarbeit oder etwas ganz anderes. Alles schaffbar.

Semesterdauer

Semester, also quasi Halbjahr. Die genauen Zeiten stehen immer auf den Seiten der Hochschule. Prüfungen sind im Regelfall gegen Semesterende und danach beginnt die "vorlesungsfreie Zeit".

Räume

Coburg ist nicht die neueste Hochschule, aber sicher auch nicht die älteste. Durch umfangreiche Neubaumaßnahmen sind viele neue Gebäude und Räume dazu gekommen und die Hochschule wird nach und nach wirklich sehr gut. IGF ist teils noch in alten Räumen mit zugange, was aber nicht stört und kein wirkliches Manko ist. Überall gibt es Beamer, Pulte, Tafeln und ausreichend Sitzmöglichkeiten. Gelegentlich sind die Räume auch nicht direkt an der Hochschule, sondern im angrenzenden Bereich oder in der Innenstadt.

Mensa

Klein, aber fein. Bietet genügend Platz, um die hungrigen Mägen der Studierenden zu füllen. Täglich: Salate, Currywurst, Schnitzel, Pommes. Wechselnde Gerichte reichen von Fisch über Braten hin zu Nudelgerichten und anderen abgefahrenen Speisen. Preislich extrem studentenfreundlich und lädt zum täglichen Verweilen ein.

Cafeteria

Direkt in der Hochschule im großen Aufenthaltsbereich anzutreffen, wo regelmäßig gelernt und gearbeitet wird. Bietet Früchtesalat im Plastikbecher, Knabbereien, Kaffee und belegte Brötchen. Im Regelfall immer gut.

Bibliothek

Ruhe bewahren. Außer in den Gruppenarbeitsräumen, hier darf auch diskutiert werden. Die Bibliothek ist ausreichend groß, man sollte sich seine Bücher aber rechtzeitig ausleihen und wieder zurück geben, da der Andrang gelegentlich groß ist.

Die Eindrücke und Angaben beziehen sich auf das Wintersemester 2008.

Mit viel Erwartung sind wir in das Studium gestartet. Alles ist neu an dieser Hochschule. Wir versammeln uns in einem Eckzimmer und lernen zum ersten Mal unsere Mitstudenten, Professoren und die höheren Semester kennen, die für uns Kennenlerntage vorbereitet haben.

Nach einer Vorstellungsrunde, Info durch die höheren Semester und allgemeinen Einführung ist der erste Tag schon schnell zu Ende. Am Abend findet dann in der Innenstadt ein 'SpeedDating' statt, bei dem wir uns untereinander und die Professoren kennen lernen können.

Die Tage starten dann die regulären Vorlesungen, zu denen man ein Skript ausgedruckt erhält. Neben Stiften und einem wachen Geist braucht es nicht mehr viel für das Studium.

Gesundheit I

Beinhaltet:

Wie der Name und die Module vermuten lassen, geht es darum, ein Grundverständnis für Gesundheit und den Körper, Aufbau des Gelenk- und Muskelsystems zu gewinnen und Grundlagen für das Medizinwesen und die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu erhalten.

Alles in allem waren das lehrreiche Inhalte.

Wellness I

Beinhaltet:

Wie und wo grenzen sich Medizin und Wellness voneinander ab, wo finden sich Gemeinsamkeiten. Was hat es mit Medical Wellness auf sich. Welche geschichtlichen Hintergründe gibt es und warum ist Zahnersatz im Ausland billiger als in Deutschland. Warum reisen Deutschen in den Ostblock und machen Urlaub + Zahnerneuerung und warum fliegen Scheichs zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Diese und andere Inhalte waren Gegenstand dieser Modulkombination.

Tourismus I

Das Modul besteht aus den Grundlagen des Tourismus. Hier passen die Inhalte aus dem vorigen Modul mit hinein, wenn es generell um das Thema Reisen + Gesundheit geht. Leider ist die Verknüpfung zwischen den verschiedenen Modulen und die Absprache zwischen den Dozenten nicht überall zu 100% gegeben, so dass man nicht direkt auf den Inhalten einer Vorlesung in einem anderen Modul aufbauen kann. Andererseits ergeben sich so zum selben Thema andere Blickwinkel, wenn ein Dozent neue Aspekte zum selben Thema bringt.

Tourismus I führt uns aber auch in den Gesundheitstourismus ein und wie Reiseanbieter auf das wachsende Gesundheitsbewusstsein, die Silver Ager und LOHAS eingehen.

Betriebswirtschaft I

Besteht aus:

Wer sich fragt, was Betriebswirtschaft in einem Gesundheitsstudium zu tun hat, ist nicht allein. Nahtlos alle haben sich das zu Beginn gefragt. Was macht Buch- und Unternehmensführung im Bereich Gesundheit? Welchen Vorteil bringt es, wenn man Buchungssätze verstehen kann, Bilanzen lesen kann und den Cashflow berechnen kann?

Die spannenden Antworten darauf haben wir erst nach Abschluss des Studiums erhalten, denn die betriebswirtschaftlichen Kenntnisse zählten mit zu den wertvollsten, die das Studium vermittelt hat. Im Unternehmen ist ein betriebswirtschaftliches Verständnis immens wichtig und besonders wenn es darum geht, Gesundheitsmaßnahmen zu planen, muss die finanzielle Komponente mit berücksichtigt werden. Auch für die selbständige Arbeit findet sich hier wertvolles.

Auch, wer noch keinen Kontakt zu BWL hatte oder wem es zuwider ist oder es zunächst anzweifelt - es ist ein wichtiger Baustein für das Studium und weit darüber hinaus.

Wahlfremdsprache I

Französisch oder Spanisch

Erfahrungsgemäß sind die meisten Studenten in Spanisch und hier gibt es deshalb auch immer zwei Gruppen, während Französisch nur in einer Gruppe stattfindet. Französisch ist meist am Nachmittag, während Spanisch feste Zeiten im Studenplan hat.

Für die Sprachen muss man sich separate Bücher zulegen. Leider ist es klassische Sprachenvermittlung, die keinerlei Sprachgefühl vermittelt und auf Vokabeln und Grammatik setzt.

Wer mit der Birkenbihl Methode vertraut ist, sollte unbedingt damit das Lehrmaterial bearbeiten oder seine Wahlsprache direkt vorher oder parallel lernen und die Prüfungen dann so schreiben.

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Vorteile der Birkenbihl Methode sind:

Fazit

Das erste Semester ist relativ einfach und gemäßigt. Man steigt ein, lernt sich und die Inhalte kennen, schreibt erste Prüfungen und alles geht seinen Gang. Alles ist wunderbar schaffbar und die Grundsteine sind gelegt.

Aber: es sind Grundsteine. Das ganze Studium über wird ein Fundament geschaffen, aber für die Praxis draußen muss man sich darüber hinaus weiter fortbilden. Das Studium wird einen nicht zum Fachmann machen. Es liefert die Basis, selbst weiter bauen zu können. Das erste Semester liefert die ersten Steine.

Die Eindrücke und Angaben beziehen sich auf das Sommersemester 2009.

Nach einer vorlesungsfreien Zeit starten wir in das Sommersemester. Mit großen Erwartungen und vielen Fragen. Denn laut Stundenplan (der - immer - bis zum letzten Tag und auch nach Semesterstart noch regelmäßig geändert wird) kommt eine Projektarbeit mit dazu. Das wird spannend.

Betriebswirtschaft II

Besteht in diesem Semester aus:

In Wertschöpfungskette ging es um den betriebswirtschaftlichen Ablauf, wie etwas verdient wird und warum. Wie man also Werte erschafft oder veredelt und so zu Geld macht. Prozessmanagement zeigte uns die Abläufe in einem Unternehmen/Betrieb und was hier an vielen Fallstricken und Reglements zu beachten ist. Sehr spannend. Während diese beiden Module theoretisch abgehalten wurden, ging es in Projektmanagement an die Praxis.

Verschiedene Projekte standen zur Auswahl und die Projektgruppen haben sich nach Interesse gefunden. Wir haben das Semester über am generationenübergreifenden integrativen Bewegungspark Ahorn (ugs. "Spielplatz") gearbeitet. Mit dem Bürgermeister Treffen abgehalten, Bürgerversammlungen beigewohnt, Konzepte entwickelt und unsere Ergebnisse präsentiert. Das Projektmanagement war menschlich fordernd, da die Gruppe (wie bei jeder Projektarbeit) nicht gleichgeschaltet ist, unterschiedlich motiviert arbeitet und es zu ernsthaften Reibereien kommt. Insgesamt war es aber eines der denkwürdigsten Module des gesamten Studiums, als dass es mit allen Höhen und Tiefen und den Lernerfahrungen gut im Gedächtnis bleibt. Würde ich sofort wieder machen.

Forschung I

Beinhaltet folgende Module:

In den Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens haben wir über das Zitieren, Recherchieren und alle weiteren Belange gelernt, damit eine wissenschaftliche Arbeit auch diesen Namen verdient.

Wir haben gelernt, Studien zu lesen und zu interpretieren, gute Studien (mit Aussagekraft) von schlechten Studien ("hey, wir haben eine Studie in Auftrag gegeben und diese sagt, dass unser Produkt gut ist") zu unterscheiden und selbst Studiendesigns anzulegen. Sehr wichtig und wertvoll für die Arbeit im Gesundheitsbereich.

Das Wissenschaftskolloquium war zu meiner Zeit noch freiwillig. Wir haben uns (semesterübergreifend) in lockerer Runde getroffen und über ein aktuelles Thema gesprochen, bei uns war es damals das abstrakte Konzept "Liebe" und die Auswirkungen auf die Gesundheit. Dabei sind wir über verschiedene Ausprägungen und Ansätze auch über Themen wie der sozialen Geburt, "Free Hug" Aktionen und anderen Themenideen eingestiegen. Inhaltlich sehr lehrreicher Austausch und Ideenlieferant für mögliche Abschlussarbeiten.

Dokumentation und Statistik kam bei uns, glaube ich, zwar erst im dritten Semester und drehte sich um das Lesen von Statistiken, statistische Fehler, Lügen mit Statistik, Auswertung mittels Fischer-Test und Chi-Quadrat-Test mittels SPSS und weiteren Themen. Wie z. B. was ist eine Nullhypothese und was ist eine Forschungshypothese. Wie gehe ich vor, um belastbare Daten zu erhalten, welche Möglichkeiten gibt es, worauf muss ich achten. Es ist im Übrigen erstaunlich, wie häufig einem im Alltag tatsächlich diese Dinge begegnen und wie häufig sich der Chi-Quadrat-Test in meinen Alltag eingeschlichen hat in der Arbeit im Onlinemarketing. Obwohl Statistik etwas langatmig ist, sind die Inhalte in jedem Fall wertvoll. Nicht nur, aber besonders auch vor dem Hintergrund von Forschung I.

Gesundheit II

Das zweite Semester hält folgende Module für uns bereit:

Was ist eigentlich die Ursache, dass man sich um Gesundheit bemüht? Darum ging es in Motivation. Wie schaffe ich es, das Bedürfnis auszulösen, dass sich jemand für seine Gesundheit engagiert? Die gesundheitsorientierten Interventionen zeigten uns theoretisch und praktisch, was man tun kann, um Gesundheit zu fördern. Schließlich heißt der Studiengang auch Gesundheitsförderung und die Studenten sind "Gesundheitsförderer". Hier haben wir spannende Aspekte der Gesunderhaltung beleuchtet.

In Grundlagen der Krankheitslehre erwartete uns sinngemäß genau das: ein Überblick über Zivilisationskrankheiten, Ursache von Krankheit (aus schulmedizinischer Sicht), genauerer Blick auf Diabetes, Krebs, KHK etc. Eine gute Grundlage und Verknüpfung mit den anderen Modulen, denn wenn ich weiß, was Krankheiten und ihre Ursachen sind kann ich die Motivation zur Veränderung z. B. über den Schmerz und Verlust bei Krankheit nutzen um Interventionen bereitzustellen und durchzuführen.

Wir haben im zweiten Semester als Gruppenarbeit dazu auch ein Konzept entwickelt, welches so aller Wahrscheinlichkeit nach auch von den Krankenkassen angenommen worden wäre, Stichwort: EISSIG.

Gesundheitspsychologie

Spannendes Modul mit vier Teilen:

Wie funktionieren Gruppen und warum ist eine Gruppe anders, als ein Einzelner? Wie kann ich die Meinungsführer in Gruppen herausfinden und für mich gewinnen? Wie läuft Gruppendynamik ab und welche Konsequenzen hat das für die Reaktionen einer Gruppe? Spannende Inhalte nicht nur für Gesundheitsförderung, sondern weit darüber hinaus.

Die restlichen Themen zielen alle weiter darauf ab, Gesundheitsverhalten zu erkennen und zu ändern und dies beim Einzelnen oder in der Gruppe zu bewerkstelligen. Fazit: lehrreich.

Wahlfremdsprache II

Hier geht es weiter mit Französisch oder Spanisch. Man bleibt bei der Sprache, die man im ersten Semester gewählt hat. Die Sprachenlernmethode ist hier nach wie vor die ursprüngliche, mittelalterliche Methode per Vokabeln und Grammatik sowie Nachspielen von Alltagsszenen. Nicht sonderlich effektiv. Wer sich mit der Geschichte des Sprachenlernens auseinander setzt, stellt fest, dass unsere modernen Methoden extrem antiquiert sind und nicht dem Stand der Forschung entsprechen. Aus verschiedenen Gründen.

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Fazit

Das zweite Semester war anspruchsvoller. Der BWL-Teil war sehr fordernd und Studenten haben das Studium abgebrochen, weil es ihnen zu viel war und sich bisher nicht erschlossen hat, wozu überhaupt (so viel) BWL notwendig sein soll. In manchen Studiengängen wird gleich zu Beginn ausgesiebt, einige Studenten hatten den Eindruck, dass es hier im zweiten Semester der Fall ist.

Abgesehen von der wachsenden Unzufriedenheit, weil viele nicht nachvollziehen konnten, warum welche Inhalte in welchem Umfang notwendig sein sollten war es ein inhaltlich lehrreiches und spannendes Semester. Wohl das fordernste, aber auch das gefühlt beste.

Alle Angaben und Erlebnisse sind Stand Wintersemester 2009.

Weiter geht es im dritten Semester. Nachdem im zweiten ein wenig ausgesiebt wurde und uns im zweiten und dritten Semester Mitstudenten verlassen haben, ging es insgesamt ruhiger zu, weil sich jetzt ein gewisser Kern etabliert hat.

Wellness II

Die Themen in diesem Semester waren

Während Wellness und Selfness wieder theoretische Grundlagen waren und wir uns z. B. mit den Wellness Gütesiegeln und den Auswirkungen auf den Tourismus beschäftigt haben, ging es in Stressbewältigung direkt zur Sache. Nach einer kurzen theoretischen Einführung waren wir selbst Teilnehmer eines Stressmanagementkurses und haben über die reine Teilnahme hinaus noch Hintergrundwissen erhalten. Wir haben verschiedene Übungen durchgeführt, um Stress einzudämmen und mit Stress umzugehen. Ein komplettes Semester lang ging es darum, Stress aus unserem Leben fernzuhalten, wenn er uns ansonsten schaden würde. Gekrönt wurde dieser Kurs mit der Teilnahmebescheinigung für den Ausbildungskurs, der uns die Möglichkeit eröffnet, selbst derartige Kurse anzubieten. Sehr, sehr gut.

Betriebswirtschaft III

Als ob zwei Semester nicht genug gewesen wären, geht es mit diesen Themen weiter:

So langsam stellte sich bei uns Ablehnung gegen BWL ein, diese wich aber mit der Zeit einer gewissen Gleichgültigkeit und schließlich Akzeptanz. Das Thema BWL war, wie schon einmal erwähnt, eines der wichtigsten und wertvollsten, was uns aber während des Studiums nicht eindringlich oder praktisch genug vermittelt wurde. Spätestens im Arbeitsleben allerdings haben wir dann zu schätzen gelernt, dass hier Substanz vermittelt wurde.

Im Marketing ging es dann tatsächlich um genau dieses Thema und im Qualitätswesen ging es um Qualitätssiegel, ISO-Normen, Datensicherung und Datensicherheit, Datenschutz und Schutz des Firmenwissens. Rückblickend interessante Themen.

Freizeit I

Das Modul bestand nur aus Grundlagen der Freizeitwissenschaften. Während der Titel "Freizeit I" auf Chill-out hoffen lässt, ging es aber inhaltlich tatsächlich zur Sache und so lernten wir hier alle möglichen Inhalte, die mit Freizeit, Gesundheit, Lebensgestaltung etc. zu tun haben.

Interpersonale Techniken I

Ein Modul mit sehr unterschiedlichen Inhalten:

Während es in Gesundheitsberatung darum ging, wie man an den Interessenten (oder beratungsresistenten Eigenbrötler) herangeht und wie man mit ihm Gesundheitsthemen bespricht, ging es in Webkommunikation um die Kundenansprache über das Internet. Konkret haben wir Webseiten mittels html4 und css gebaut und als Leistungsnachweis abgegeben.

Während grundlegende Html und PHP Kenntnisse absolut von Vorteil sind, ist es in Zeiten von WordPress & Co. aber für den Normalsterblichen absolut unnötig, eine eigene Webseite zu erstellen. Hier wünsche ich mir, dass die gelernten Kenntnisse in einem der CMS eingesetzt und beurteilt werden. Da wir das Modul aber in 2009 belegt haben, kann es sein, dass diesem Wunsch schon lange entsprochen wurde oder sich die Inhalte sowieso angepasst haben. Da viele Studenten im Praktikum oder später in der Arbeitswelt auch einmal Webauftritte mit zu pflegen haben, ist dieses Modul eine sinnvolle Ergänzung. Inhaltlich war es mir damals etwas zu dürftig (auch vor dem Hintergrund, dass das vermittelte Wissen auf YouTube jederzeit abrufbar ist), aber das kann sich heute vollkommen geändert haben.

Gesundheitsjournalismus war bei mir damals noch eine freiwillige Veranstaltung im zweiten Semester, die ich besucht habe und bei der wir eine eigene kleine IGF-Zeitung herausgebracht haben. Wir haben Reviews geschrieben, Interviews geführt, Druckereien angefragt, Sponsoren geangelt und ein Layout erstellt. Nicht jeder hat alles gemacht, aber in der Gruppe kam alles zum Tragen. Überaus lehrreich.

Arbeit I

Teils hochspannend und teils sterbenslangweilig waren:

Arbeitswelt an sich hat interessantes Wissen vermittelt und uns über das Setting Arbeitsplatz aufgeklärt. Die arbeitsmedizinischen Grundlagen jedoch konnte man anhand eines Flyers zur Arbeitsgesundheit/Ergonomie lernen und verstehen (Sitzhöhe, Höhe der Arbeitsplatte, Ausrichtung der Monitore, Lichteinfall, Skelettsystem, Arbeitsposition etc.). Diese Grundlagen waren deshalb ein wenig enttäuschend, wobei das Thema und das Modul an sich wichtig sind. Ich schätze, dass sich hier bis heute ebenfalls einiges getan hat.

Pflicht-Fremdsprache

Als Pflicht wurde uns hier Englisch auf's Auge gedrückt. Wer einigermaßen gutes Schulenglisch gelernt hat oder gelegentlich Serien auf englisch ansieht, sollte mit dem Modul keinerlei Probleme haben. Nicht viel zu bemängeln, außer, dass die Teilnahme für mich fast so unnötig war wie ein Kropf und ich nur sporadisch anwesend war, da es keinerlei Lerneffekt gab.

Fazit

Drittes Semester nicht besonders auffällig. Nach dem anstrengenden zweiten Semester etwas ruhiger mit gemäßigteren Inhalten.

Alle Erlebnisse und Angaben Stand Sommersemester 2010.

Das vierte Semester. Schon Halbzeit auf dem Weg zum Abschluss. Wird es wieder so fordernd wie im zweiten Semester?

Gesundheit III

Hier war der Fokus (vom Interesse her) und auch vom reinen Verständnis des Studiengangs das Hauptaugenmerk.

Entspannung

Wie schon im zweiten Semester haben wir einen kompletten Entspannungskurs als Teilnehmer erlebt und auch die darüber hinaus gehenden Informationen und Merkmale, um so einen Kurs selbst anleiten zu können. Damit dies auch wirklich gewährleistet ist, musste jeder sich eine Übung ausdenken oder recherchieren und dann dürchführen. Mittels Feedback und Selbstreflektion konnte man hier einen guten Einstieg in das Kurs leiten gewinnen. Zum Abschluss gab es wieder ein Zertifikat, dass man an dem Ausbildungskurs teilgenommen hat und kann derartige Leistungen also grundsätzlich anerkennen lassen. Sehr gut.

Bewegung

Hier wechseln sich Theorie und Praxis ab. Und wir erhalten einen Plan, wie man in nur 2 Wochen zum Läufer wird. Und ein Lauftraining für Faule. Und und und. Neben der Theorie geht es gleich an die Praxis: Laufen. Und dann werden zur Eingewöhnung "Spiele" gespielt. Auf der Wiese im Freien werden uns verschiedene Spiele beigebracht, die helfen, dass Zielgruppen sich bewegen - und wir dürfen natürlich gleich ausprobieren. Im weiteren Verlauf des Semesters müssen wir uns Übungen ausdenken, für Aufwärmprogramm, Hauptteil (Kraft- oder Ausdauertraining, Balance etc.) und für den Cool Down. Wir erhalten viele Impulse, wie man ein Sportprogramm erstellen kann und dürfen - in Zusammenarbeit mit einem Jugendbeauftragten - die aktuellsten Sportgeräte testen, die er uns mitgebracht hat. Zu dem Zeitpunkt sind Waveboards und Slacklines immer noch relativ neu. Außerdem hat er Einräder dabei und noch viele weitere Sportgeräte.

Ach ja und jonglieren lernen wir in dem Modul auch.

Ernährung

Hier geht es an theoretische Grundlagen und die AID Ernährungspyramide. Leider. Gewisse, allgemein akzeptierte Grundlagen müssen wohl sein und es ist wichtig, dass man das lernt, was am Markt und von den Kassen akzeptiert wird. Und die Zeit reicht auch nicht, um noch andere Konzepte voll anzugehen. Aber die klassischen Ernährungspyramiden sind leider nur ein Baustein, eine mögliche Interpretation von Ernährung. Da gibt es noch so viel mehr: Ernährung nach Ayurveda, Blutgruppen (wenn auch umstritten), Rohkost (einige dieser Themen wurden in Gesundheit I schon angesprochen) und noch andere Ernährungskonzepte. Allerdings ist vielen auch die klassische Ernährungspyramide unbekannt und ergo startet man mit dieser und vertieft hier die Kenntnisse.

Außerdem wird hier aber auch noch gekocht! In der angrenzenden Realschule werden die Küchen in Beschlag genommen und verschiedene Gerichte zubereitet. Dank Fotoprotokoll kann man hier ein kleines Ernährungsbuch gestalten und nach Zielgruppen gliedern. Wieder ein Baustein für die (mögliche) spätere Arbeit. Zum Abschluss wurden die Mahlzeiten dann weggeworfen oder wahlweise im Lehrerzimmer deponiert. Oder auch nicht. Vielleicht wurden sie auch gegessen. Wer weiß das schon so genau?!

Tourismus II

Besteht aus:

In diesem Modul haben wir eine sehr engagierte Dozentin, die eine Menge von ihrem Fach versteht. Leider erschlägt sie einen mit zwei je 600 Seiten starken Skripten und es handelt sich mal wieder mehr um eine Vorlesung (wie in sehr vielen Fächern). Das Wissen ist echt, praxisnah und sie fordert den Transfer in andere Bereiche, möchte, dass wir mit- und weiterdenken.

Leider sind ihre Prüfungen ähnlich gestaltet und es reicht nicht, die Fragen (richtig) zu beantworten; wer hier keine Transferleistung bringt, keinen Übertrag in die echte Welt und eigene, neue Beispiele findet erhält nicht die volle Punktzahl. Und es reicht auch nicht, den vorgegebenen Platz auszureizen. Man hat den Eindruck, es müssen auch die Rückseiten plus Zusatzblätter vollgeschrieben werden, damit das Lernziel erkennbar erreicht wurde. Vielleicht trübt mich auch hier nur die Erinnerung, aber diese Prüfungen waren gefürchtet, weil man nie wissen konnte, ob man ausreichend vorbereitet ist. Nicht nett.

Betriebswirtschaft IV

"Jetzt reicht's langsam!" haben wir damals gesagt, bevor wir später feststellen durften, dass BWL doch sehr wertvoll war. "Gequält" wurden wir damals mit diesen Inhalten:

Hier ging es also dann um die höher gestellten Themen, was ist, wenn ich in verantwortlicher Position bin? Wie gehe ich mit anderen - und mit mir selbst - um? Was macht gutes Management aus, was ist überhaupt Führung? Dies und noch viel mehr durften wir in diesen beiden Modulen lernen.

Recht I

Allgemeines Recht ist an und für sich ein spannendes Thema... leider wurde es - meinem Empfinden nach - grauenhaft vermittelt. Ich hatte vorher in der Handelsfachwirt Fortbildung das Vergnügen, Kaufvertragsrecht von einem Richter am Sozialgericht Bayreuth lernen zu dürfen. Und das war ein echter Genuss! An dieser Stelle einen Gruß an Richter Zeitlmann, Sie sind und waren unser Lieblingsdozent an der Akademie Handel und haben sich jedes Lob redlich verdient.

An der HS hatten wir eine Rechtsanwältin einer Kanzlei, die uns dasselbe Thema vermitteln sollte. Obwohl sie selbst sehr nett war und den Stoff auch vermitteln konnte, fehlte doch die Lebendigkeit und Anschaulichkeit, die ich in Bayreuth erfahren hatte. Mit der Konsequenz, dass dieses Modul so keinen Spaß gemacht hat und bis auf unangenehme Gefühle hier nichts hängen geblieben ist. Von dem Wissen und den Beispielen aus Bayreuth zehre ich immer noch - das war eine erstklassige Vorführung.

Vielleicht hat sich aber die Art der Wissensvermittlung oder die Dozentin in Coburg inzwischen geändert. Das Thema Recht ist an sich nämlich sehr spannend und im Alltag auch sehr wichtig. Was schade war, ist, dass wir nicht auf das Heilmittelwerbegesetz eingegangen sind. Allerdings ist die HCVO auch erst die letzten Jahre richtig zum Thema geworden und so ist es möglich, dass es inzwischen Bestandteil an der HS geworden ist.

Arbeit II

Arbeitsfeld Gesundheitsförderung in der Region war eine spannende Veranstaltung. Auch genannt "Ringvorlesung" präsentierte sich uns wöchentlich ein neuer Gesundheitsdienstleister (von Selbständigen über Gesundheitszentren und Dienstleistern etc.) und stellte seine Arbeit vor. Einerseits kann man damit einen Einblick gewinnen in das, was draußen am Markt so gemacht und auch nachgefragt wird.

Andererseits kann so jede Woche eine neue Kleingruppe in der Folgewoche über den Dozenten der letzten Woche referieren und das Gesagte überprüfen und anreichern. So entsteht ein tieferes Auseinandersetzen mit der Materie und dem Stoff. Und die Dienstleister können sich präsentieren und erhalten so ggf. Praktikanten oder neue Mitarbeiter. Win-Win.

Fazit

Das vierte Semester ist voller als das dritte, aber nicht so stressig wie das zweite. Es gibt viel zu tun und die Bereiche werden dichter und überlappen auch etwas mehr als vorher. Das Wissen verdichtet sich. Alles in allem ganz okay. Auch trotz der stressigen Tourismusprüfung.

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